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Abstract
DO.18.02
In-vivo-Imaging von retikulären Drusen mit simultaner cSLO und SD-OCT Bildgebung
Julia Steinberg, Steffen Schmitz-Valckenberg, Monika Fleckenstein, Frank G. Holz
Universitäts-Augenklinik Bonn, GRADE Reading Center
Ziel: Retikuläre Drusen imponieren als eine gelbliche Netzstruktur mit rundlichen bis ovalen Unregelmäßigkeiten am hinteren Augenpol bei Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD). Histopathologisch wurden Veränderungen der Choriokapillaris als morphologisches Substrat vorgeschlagen. Mittels hochauflösender in-vivo Bildgebung wurden strukturelle Veränderungen verschiedener Netzhautschichten bei Patienten mit retikulären Drusen untersucht.
Methode: Simultan wurden mit einem kombinierten Instrument (Spectralis HRA+OCT, Heidelberg Engineering) an 15 Scans von 15 AMD Patienten mit retikulären Drusen (Alter Median 79,8 Jahre, Inter Quartile Range 76-89) Aufnahmen mit spectral-domain optischer Kohärenztomographie (SD-OCT, 870 nm, 40.000 A-Scans/Sekunde) und konfokaler Scanning Laser Ophthalmoskopie (cSLO; exz: 488 nm; em > 500 nm und exc. 830 nm) analysiert. Die anatomischen Schichten in SD-OCT Scans wurden nach Pircher et al. (IOVS 2006) ausgewertet. Die lineare Ausdehnung von retikulären Drusen wurde unabhängig anhand cSLO and korrespondierenden SD-OCT Scans ausgemessen. Zusätzlich wurde der Durchmesser von 10 einzelnen retikulären Drusen pro Patient bestimmt.
Ergebnisse: Das SD-OCT zeigte deutliche Veränderungen im Bereich von RPE/Bruch’sche Membran bis Interface von Photorezeptorinnen- und außensegmenten mit wellenartigem Muster sowie Verschmelzung der einzelnen Banden 2-4. Diese korrelierten mit einem Netzwerk von haloförmigen Unregelmäßigen im IR-SLO-Bild bei allen Patienten (durchschnittliche lineare Ausdehnung 5990 µm für SLO versus 5994 µm für SD-OCT; p = 0,7, Wilcoxon-Signed Rank Test). Veränderungen in inneren Aderhautschichten waren in der SD-OCT nicht zu erkennen. Über einzelnen Drusen war der durchschnittliche Abstand zwischen Bande 2-4 mit 86 µm im Vergleich zu Normalprobanden mit 76 µm vergrößert (p = 0,02). Der durchschnittliche Durchmesser von retikulären Drusen im SLO-Bild betrug 175 µm ± 91 und lag damit im ähnlichen Größenbereich wie zuvor beschrieben.
Schlussfolgerungen: Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen basierend auf einer histopathologischen Untersuchung zeigen sich im Bereich retikulärer Drusen mittels hochauflösender in-vivo-Bildgebung als morphologisches Korrelat Veränderungen in den äußeren Netzhautschichten. Da retikuläre Drusen ein Hochrisikomerkmal für die Progression der trockenen AMD darstellen, ist deren Identifikation zur Früherkennung und für zukünftige Interventionsstudien von Relevanz. |
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