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Abstract

DO.18.07

Gibt es einen spezifischen Zusammenhang zwischen früher AMD und Polymorphismen im CFH- und ARMS2-Gen? – Eine Phänotyp / Genotyp-Analyse

Martha Dietzel1, Astrid Farwick2, Britta E. Heimes1, Bodo Neuner2, Daniel Pauleikhoff1, Hans-Werner Hense2
1Augenabteilung am St. Franziskus-Hospital Münster; 2Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Westfälische Wilhelms-Unversität Münster

Ziel: In verschiedenen Studien konnte eine hochsignifikante Assoziation spezifischer Polymorphismen im CFH- und ARMS2-Gen mit dem Auftreten einer AMD gezeigt werden. Ferner ergab die klinische AREDS-Studie einen signifikanten Anstieg des 10-Jahres-Risikos für die Entwicklung einer späten AMD mit zunehmendem Schweregrad einer frühen AMD (AREDS-scores 0-4). Um die Beziehung zwischen verschiedenen Ausprägungsgraden der frühen AMD, insbesondere Drusenmerkmalen, und AMD-Risikopolymorphismen (RP) im CFH-Gen (SNP rs1061170) und ARMS2-Gen (SNP rs10490924) zu untersuchen, wurde deshalb innerhalb der Münsteraner Altern und Retina Studie (MARS) eine Phänotyp-Genotyp-Analyse durchgeführt.
Methode: In der MARS-Studie wurden Drusencharakteristika innerhalb eines zentralen Grids (Durchmesser: 6000 µm) bei 593 AMD-Patienten und 170 Kontrollen anhand von Fundusfotografien hinsichtlich Größe, Anzahl und Konfluenz bestimmt. Das AMD-Stadium wurde nach der AREDS-Klassifikation (scores 0-4) definiert. Die erhobenen Drusenmerkmale und AMD-Stadien wurden auf Zusammenhänge mit den AMD-RP im CFH- und ARMS2-Gen analysiert.
Ergebnisse: Es zeigte sich ein hochsignifikanter Zusammenhang zwischen ansteigendem AREDS-score und Auftreten des AMD-RP im CFH- und ARMS2-Gen (p jeweils <0,001), wobei bei Probanden mit sehr früher AMD (score "1") nur der RP im CFH-Gen signifikant häufiger auftrat als bei den Kontrollen. Bei der Analyse spezifischer Charakteristika der frühen AMD zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Drusengröße (Kontrollen vs. <63 µm vs. >175 µm Drusengröße) und RP im CFH- und ARMS2-Gen (p jew. <0,01). Ebenso fanden sich signifikante Beziehungen zwischen Drusenanzahl (Kontrollen vs. <20 vs. ≥20 Drusen) bzw. Drusenkonfluenz (Kontrollen vs. <10% vs. ≥50% Drusenkonfluenz) und den untersuchten RP (p jew. <0,01).
Schlussfolgerungen: Die vorliegende Studie zeigte eine klare, signifikante Assoziation zwischen der Ausprägung der frühen AMD und den untersuchten AMD-RP im CFH- und ARMS2-Gen. Dies unterstreicht die Bedeutung dieser Polymorphismen insbesondere bei der Entstehung von Drusen im Rahmen der frühen AMD. Besonders große bzw. konfluierende Drusen scheinen hierdurch beeinflusst zu sein. Pharmakologische Interventionen im Bereich der Folgeprodukte dieser Gene könnten somit ggf. das Risiko einer Progredienz beeinflussen. Zudem könnten Drusencharakteristika zur Beurteilung der Therapieeffektivität herangezogen werden.

 
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