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Abstract

DO.19.01

Stammzell-basierte Therapieansätze für retinale Erkrankungen

Udo Bartsch

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Hintergrund
Stammzellen sind multipotente Zellen mit der Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Sie sind damit vielversprechende Kandidatenzellen für den Aufbau zellbasierter Therapieansätze für die Behandlung verschiedener retinaler Erkrankungen. Prinzipiell könnten Stammzellen dazu genutzt werden, um degenerierte oder dysfunktionale Zelltypen zu ersetzen (Zellersatzstrategie), oder um therapeutisch wirksame Genprodukte in erkrankte Gewebe einzuschleusen (ex vivo Gentherapie).
Methode
Um zu untersuchen, ob transplantierte Zellen in der Lage sind, in gesunde oder dystrophe adulte Netzhäute zu integrieren und dort in Photorezeptoren zu differenzieren, wurden frisch isolierte retinale Zellen in den subretinalen Raum von Wildtypmäusen und Mausmodellen für retinale Dystrophien transplantiert. Um therapeutisch wirksame Genprodukte in neuralen Stammzellen zu exprimieren, wurden bicistronische lentivirale Vektoren eingesetzt, die für ein „gene of interest“ und ein Reportergen in Fusion mit einem Resistenzgen kodieren.
Ergebnisse
Subretinal injizierte, frisch isolierte retinale Zellen integrierten in die äußere nukleäre Schicht von gesunden und dystrophen adulten Netzhäuten, wo sie in offenbar vollkommen normale Stäbchen ausdifferenzierten. Die lentiviralen Vektoren erlaubten eine effiziente Ableitung von genetisch modifizierten reinen neuralen Stammzellkulturen oder klonalen neuralen Stammzelllinien mit einer stabilen Expression therapeutisch relevanter Genprodukte.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse deuten die prinzipielle Möglichkeit an, degenerierte oder dysfunktionale Photorezeptoren in adulten dystrophen Netzhäuten über Zelltransplantationen zu ersetzen. Die genetisch modifizierten neuralen Stammzellen könnten ein Werkzeug darstellen, um ein Stammzell-basiertes intraokuläres „delivery“ System für eine kontinuierliche und lang anhaltende Applikation von therapeutischen relevanten Genprodukte zu entwickeln.

 
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