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Abstract
DO.20.06
Regulation homöostatischer Funktionen des retinalen Pigmentepithels
Olaf Strauß
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Experimentelle Ophthalmologie, Klinikum der Universität Regensburg
Das retinale Pigmentepithel ist neben seiner Funktion der Lichtabsorption ein enger funktioneller Interaktionspartner der Photorezeptoren. Mit seinen Funktionen, die für die Aufrechterhaltung der Photorezeptorfunktion essentiell sind, sorgt es direkt mit der Erhaltung der Homöostase in der äußeren Retina für eine maximale Empfindlichkeit der Photorezeptoren. Es re-isomerisiert all-trans Retinal zu 11-cis Retinal und sorgt so für gleichbleibende den Beleuchtungsbedingungen adaptierte Erregbarkeit der Photorezeptoren, es ist im Erneuerungsprozess der lichtsensitiven Außensegmente der Photorezeptoren durch Phagoyztose beteiligt, es kontrolliert das Flüssigkeitsvolumen im subretinalen Raum und es sezerniert ein großes Spektrum von neurotrophen, immunmodulatorischen und vasoaktiven Faktoren. Der Ausfall oder die Veränderung einer dieser Funktionen führt zur Photorezeptordegeneration. Da alle diese Funktionen durch das freie zytosolische Ca2+ als Second-Messenger geregelt werden, kommt den Mechanismen der Kontrolle des freien zytosolischen Ca2+ eine zentrale Rolle im Verständnis verschiedener Erkrankungen der Retina zu.
Um diese regulatorischen Funktionen wahrnehmen zu können exprimieren RPE Zellen eine große Zahl unterschiedlicher Ca2+-Kanäle, die sich in ihren Effekten und ihrer Aktivierbarkeit unterscheiden. Potential-abhängige regulieren zum Beispiel die Sekretion von vasoaktiven Faktoren wie VEGF-A. Hitze-aktivierbare Kanäle können ebenfalls die VEGF-A Sekretion aktivieren, nur über einen anderen Signalweg. Den potentialabhängigen Ca2+-Kanälen kommt eine besondere Rolle bei vererbten Formen als auch bei der altersbedingten Makuladegeneration zu. Bei der Best’schen Erkrankung kann das Produkt des Gens, das bei dieser Erkrankung gestört ist, direkt mit Untereinheiten der potential-abhängigen Ca2+-Kanäle interagieren und so seine Aktivität beeinflussen. Die mutationsbedingte Veränderung dieser Interaktion könnte die wichtigste Symptomatik erklären, die Reduktion des Lichtanstieges im EOG. Im Falle der altersabhängigen Makuladegeneration führt eine veränderte Aktivität der potential-abhängigen Ca2+-Kanäle zu einer erhöhten VEGF-A Sekretion und damit zur choriodalen Neovaskularisation. |
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