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Abstract

DO.22.04

Vergleich von Antikörpermustern im Kammerwasser und Serum bei Glaukompatienten mittels Proteinmicroarrays

Nils Böhm, Uta Thiel, Ulrike Lossbrandt, Norbert Pfeiffer, Franz H. Grus

Experimentelle Ophthalmologie, Universitäts-Augenklinik Mainz

Hintergrund
In den letzten Jahren konnten mehrere Publikationen Veränderungen in den Antikörperprofilen von Serum und Kammerwasser (KW) bei Glaukompatienten zeigen. Bislang wurde jedoch nie ein intraindividueller Vergleich der Antikörpermuster in beiden Körperflüssigkeiten durchgeführt. Mittels eines Microarrayansatzes haben wir die Antikörperreaktionen von Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POAG) hinsichtlich dieser Fragestellung untersucht. Zusätzlich wurden die Antikörperreaktivitäten der Glaukompatienten mit denen einer Kontrollgruppe verglichen.
Methode
Serum und KW von 38 POAG Patienten und 31 Kontrollpatienten wurden für die Antikörperanalysen verwendet. Zur Herstellung der Protein-Microarrays wurden 40 verschiedene, aufgereinigte Antigene auf beschichtete Träger gespottet. Die Arrays wurden mit Patientenserum oder KW inkubiert, mit einem sekundären, fluoreszenzmarkierten Antikörper (Cy5) zur Visualisierung der Antikörper-Antigen-Reaktionen behandelt und mit einem Konfokalscanner gescannt. Die emittierten Fluoreszenzsignale wurden digitalisiert und die Spotintensitäten durch multivariate Statistiken analysiert.
Ergebnisse
Der intraindividuelle Vergleich zeigte einige Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in den Antikörpermustern von Serum und KW. Sowohl im KW als auch im Serum zeigten POAG Patienten, im Vergleich zu den Kotrollpatienten, eine mehr als zweifach erhöhte Reaktion gegen α-1-Antitrypsin und Annexin V (p≤0.001). Im Gegensatz dazu konnte für β-L-Crystallin eine signifikant erhöhte Reaktivität im KW (p≤0.01) und eine erniedrigte Reaktivität im Serum festgestellt werden (p≤0.01). Mittels einer Auswahl von zehn Antigen-Antikörper-Reaktionen konnten wir, sowohl anhand der Serumproben als auch anhand des Kammerwassers, das Muster von Glaukompatienten mit einer Spezifität und Sensitivität von mehr als 90% (Serum) und 70% (KW) erkennen.
Schlussfolgerungen
Wir konnten sowohl herauf- als auch herabregulierte Antikörperreaktionen im Serum und Kammerwasser von Glaukompatienten detektieren und Ähnlichkeiten sowie Unterschiede zwischen den beiden Körperflüssigkeiten nachweisen. Vor allem wurden signifikante Unterschiede bei Antikörpern gegen zytoskeletale Bestandteile (z.B. Actin, Myelin basisches Protein, Saures Glia Faser Protein) gefunden, woraus neue Erkenntnisse zu einer möglichen autoimmunen Komponente des Pathomechanismus beim primären Offenwinkel Glaukoms resultieren.

 

 
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