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Abstract

DO.22.05

Immunadsorption bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom

Anselm G. M. Jünemann1, Jürgen Rech2, Christopher Rössler1, Delia Baleanu1, Ursula Schlötzer-Schrehardt1, Rudolf Kunze3, Gerd Wallukat4, Friedrich E. Kruse1, Martin Herrmann2
1Universitäts-Augenklinik Erlangen, 2Labor für Zellbiologie, Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, 3Fresenius Medical Care, Bad Homburg, 4Max-Dellbrück Center, Berlin

Hintergrund

Bei über 70% der Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG) und okulärer Hypertension (OHT) konnten mittels eines Bioassays1 agonistische IgG3-Autoantikörper (AAk) gegen den ß2-Rezeptor (ß2AR) gefunden werden2. Um ihre Rolle in der Kammerwasserdynamik beim POWG zu untersuchen, wurde in einer Pilotstudie bei Patienten mit POWG eine Immunadsorption (IA) durchgeführt und prospektiv Sicherheit und Augeninnendruck (IOD)-senkender Effekt der IA untersucht.
Methode
Einschlusskriterium war das Vorliegen eines POWG mit nicht reguliertem IOD unter maximaler konservativer Therapie und die Ablehnung einer chirurgischen Intervention. Das Alter der vier Patienten (2 Frauen, 2 Männer) lag zwischen 45 und 65 Jahren. Die selektive IA wurde mittels wiederverwendbaren Absorbers (Globaffin®) an fünf aufeinander folgenden Tagen durchgeführt. Es wurde jeweils das zweifache Plasmavolumen behandelt. Die Serumspiegel der AAk und Immunglobuline (IgG, IgG3) und der IOD wurden vor der IA sowie eine Woche, 2 Wochen, 4 Wochen, 2, 4, 6 und 12 Monate nach IA bestimmt.
Ergebnisse
Nach der IA waren bei keinem Patienten AAb nachweisbar. Die Serumspiegel von IgG nahmen um 88-95%, von IgG3 um 64-80% ab. 4 Wochen nach IA erreichten die Serumspiegel wieder normale Werte. Die AAk stiegen bei 2 Patienten 4 Monate nach IA wieder an, bei den anderen Patienten waren sie bis zum Ende der Studie nicht nachweisbar. Der IOD sank im Mittel um 10%, die Zahl der Medikamente betrug 3.1± 0,9 vor IA und 1.8±1.1 am Ende der Studie. Die IOD-Fluktuation nahm von 12.6mmHg auf 5.6mmHg ab. Mit dem Wiederanstieg der AAk bei 2 Patienten stieg auch der IOD wieder an. Die stärkste IOD-Senkung betrug 23%.
Schlussfolgerungen
Die selektive Immunadsorption kann die agonistischen ß2AR-Autoantikörper auswaschen. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie deuten an, dass ein Effekt auf den Augeninnendruck besteht. Weitere Studien sind notwendig, um Ausmaß und Dauer der IOD-senkenden Wirkung zu untersuchen.
1) Dragun et al. N Engl J Med 2005; 352: 558-569
2) Junemann et al. IOVS 2006; 47; e-abstract 3384

 
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