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Abstract
DO.22.07
Prävalenz Glaukom und Glaukomverdacht
Christian Wolfram, Norbert Pfeiffer
Universitäts-Augenklinik Mainz
Hintergrund
Epidemiologische Daten zur Verbreitung von Augenkrankheiten beruhen oft auf großen populationsbasierten Studien, die einen erheblichen methodischen Aufwand verlangen. Zur Schätzung der Krankheitsverbreitung in Deutschland liegen nur wenige epidemiologische Daten vor. Auf der Suche nach weiteren Datenquellen könnten Fallzahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen dienen, die hier exemplarisch zur Schätzung der Krankheitsprävalenz für Offenwinkelglaukome und Verdachtsfälle vorgestellt werden.
Methode
Berechnung der Prävalenz von Offenwinkel-Glaukomen und Glaukomverdachtsfällen in Rheinland-Pfalz für verschiedene Altersgruppen anhand von Fallzahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz für das Jahr 2007. Herangezogen wird die ICD-10-Klassifikation nach H.40.0 für Glaukomverdacht und H.40.1 für Offenwinkelglaukome. Die Daten werden an die Bevölkerungsgröße von Rheinland-Pfalz adjustiert und für verschiedene Altersstrata verglichen.
Ergebnisse
Die meisten Glaukom- und Verdachtsdiagnosen werden für die Altersgruppe der 70-79jährigen gestellt. Im Vergleich nach Altersgruppen nimmt der Anteil manifester Glaukome gegenüber Verdachtsfällen mit höherem Lebensalter zu. Adjustiert an die Bevölkerungsgröße ergibt sich eine geschätzte Gesamtprävalenz von 2,7 Prozent für Offenwinkelglaukome und von 3,8 Prozent für Verdachtsfälle in der Bevölkerung.
Schlussfolgerungen
Die Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen geben Auskunft über die Inanspruchnahme der ophthalmologischen Versorgung. Die Prävalenzdaten kommen den Ergebnissen der großen epidemiologischen Studien erstaunlich nahe. Für die Erhebung von epidemiologischen Daten sollte vermehrt auf bestehende Krankheitsregister zurückgegriffen werden. |
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