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Abstract

DO.24.08

Histopathologische Befunde nach Netzhautnagelung

Karin U. Löffler
Universitäts-Augenklinik Bonn

Es werden die histologischen Befunde eines nach Trauma und multiplen netzhautchirurgischen Maßnahmen enukleierten Auges vorgestellt.
Die ursprüngliche Verletzung durch einen Schraubenzieher wurde primär mit Naht und Cerclage versorgt; später erfolgte die Katarakt-Operation und bei Netzhautablösung eine umfangreiche operative Revision mit Legen einer zweiten Cerclage, Vitrektomie mit Silikonöl, Laser- und Kryoapplikation, Membranpeeling, Retinotomie und Netzhautnagelung. Nach einem weiteren Trauma 10 Jahre später (Contusio) kam es letztendlich zur Phthisis.
Der histologische Befund bestätigte die klinischen Diagnosen eines Hornhaut-Ulcus und einer Bandkeratopathie, außerdem fanden sich zahlreiche Silikonölvakuolen nicht nur im Bereich der weitgehend degenerierten Netzhaut und in epiretinalen Membranen, sondern auch im vorderen Augenabschnitt im Bereich der Irisbasis und des Kammerwinkels. Die beiden Cerclagen lagen reizfrei in (epi-)skleralem Bindegewebe. Auch die (beiden) Netzhautnägel waren in Narbengewebe eingebettet ohne Hinweis auf eine persistierende Entzündung. Allerdings war die Netzhaut im Bereich der Nagelung atrophisch und bis auf einige „versenkte“ Fragmente durch Glia und Fibrose ersetzt. Die Laser- und Kryoeffekte waren an umschriebenen chorioretinalen Narben mit Atrophie insbesondere der äußeren Netzhaut zu erkennen.
Insgesamt wies das enukleierte Auge zahlreiche operativ bedingte Veränderungen und auch Komplikationen der vorausgegangenen chirurgischen Maßnahmen auf, die die damals verwendeten operativen Schritte relativieren und deren Grenzen aufzeigen. Bekanntermaßen haben sich insbesondere die Netzhautnägel in der Folgezeit nicht durchsetzen können.

 

 
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