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Abstract

DO.26.02

Kultur und Krankheit: Inzidenz und Morbidität kulturell beeinflußter Augenkrankheiten– Erfahrungen aus zwei Golfstaaten

Alexander A. Bialasiewicz1,2, Radha Shenoy1,3, Habiba M. Al-Belushi1, Katharina A. Breidenbach2
1Department of Ophthalmology and School of Ophthalmic Technicians, College of Medicine and Health Sciences, Sultan Qaboos University, Muscat, Oman
2Department of Ophthalmology, Al Ahli Specialty Teaching Hospital, Doha, Qatar
3Department of Ophthalmology, Armed Forces Hospital, Muscat, Oman

Hintergrund:
Im Unterschied zu schnell veränderbaren Lifestyles, Meinungen und Moden beeinflussen Tradition und Religion als konstante Bestandteile der Kultur wichtige Faktoren für die Morbidität und Inzidenz von Krankheiten und das Krankheitsbewusstsein.
Methoden: 
Erfragbare Verhaltensmuster von 275 Patienten aus Oman und 560 aus Qatar, die die Morbidität (Schwere) und Inzidenz (Häufigkeit) der Augenerkrankungen beeinflussten, wurden nach Glaubens- oder Traditionszugehörigkeit klassifiziert.
Ergebnisse:
Morbidität: Diabetes mellitus: Ablehnung autoinvasiver Therapieformen, non-compliance während Ramadhan, traditioneller Dattelnabusus als Aphrodisiakum. 49 von 76 Patienten (65%) mit vitreoretinalen Erkrankungen in Oman und 21 von 37 Patienten (57%) in Qatar waren unkontrollierte Diabetiker mit 10.5% resp.11.5% HbA1c im Mittel, die das o.g. Verhaltensmuster zeigten. Ärztliche Aufklärung: Ablehnung der Operations-Aufklärung im juristischen Sinne. Bei 85 Patienten (31%) in Oman und 15 (2.27%) in Qatar wurde die medizinische Aufklärung als unvereinbar mit dem Glauben empfunden. Inzidenz: Traditioneller Koholabusus für Trachom und Schminkgewohnheiten, d.h. eyeliner abusus mit retroziliarer Applikation von schwermetallhaltigem Kohol. Nachfolgende chronische Meibomitis, mit Chalazien und nicht Sicca-Syndrom wurde bei 33/51 (64.7%) Patienten mit Meibomitis in Oman und bei 37/57 (64.9%) Patienten in Muscat beobachtet.
Schlussfolgerungen:
Wichtige Krankheiten, Entscheidungsfindungen und Therapien von Patienten in GCC Staaten werden maßgeblich kulturell bestimmt und sind daher schwer modifizierbar. 

 
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