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Abstract
DO.26.06
Kinderophthalmologie in Entwicklungsländern
Martin M. Nentwich, Ulrich C. Schaller, Volker Klauß
Augenklinik der Ludwig-Maximilians Universität München
Hintergrund
Im Jahr 2000 betrug die Zahl der blinden Menschen weltweit etwa 45 Millionen, 1,4 Millionen hiervon waren Kinder, v.a. aus Schwellen und Entwicklungsländern. Die höchsten Raten von Kinderblindheit finden sich in den ärmsten Entwicklungsländern Asiens und Afrikas. Das Hauptaugenmerk dieser Zusammenstellung liegt in der Diskussion der gegenwärtigen Situation der Kinderaugenheilkunde in Entwicklungsländern und den Fortschritten im Bereich der vermeidbaren Erblindungsursachen wie Vitamin A Mangel, der kongenitalen Katarakt und der Frühgeborenenretinopathie (ROP) sowie Refraktionsfehlern.
Methode
Überblick über aktuelle Arbeiten auf dem Gebiet der Kinderblindheit in Entwicklungsländern.
Ergebnisse
Die wichtige Rolle der kinderaugenärztlichen Versorgung wird deutlich, betrachtet man die hohe Sterblichkeit von bis zu 50% blinder Kinder im ersten Jahr nach Erblindung. Die überlebenden Kinder leben oft lange ohne Augenlicht, 90% von ihnen besuchen keine Schule.
Die Erblindungsursachen unterscheiden sich in den unterschiedlichen Regionen deutlich. In den Industrienationen sind dies in absteigender Häufigkeit: ROP, Entwicklungsstörungen, Cataract und Glaukom; in Schwellenländern: Cataract, ROP, Glaukom, Entwicklungsstörungen; in Entwicklungsländern: Hornhautnarben, Cataract, Glaukom, Optikusatrophie.
Hinsichtlich des Vitamin A Mangels konnte in den untersuchten Regionen durch eine 2x jährliche Gabe von 200.000 IU Vitamin A bei jährlichen Kosten von ca. 1 US$ die korneale Kinderblindheit deutlich reduziert und die Kindersterblichkeit gleichzeitig reduziert werden.
Probleme bereitet die kongenitale Cataract nicht nur hinsichtlich des Zugangs zu operativer Versorgung sondern insbesondere auch aufgrund postoperativer Amblyopie durch ungenügende Nachbetreuung der Kinder und fehlende Occlusionstherapie.
Die ROP stellt in Schwellenländern durch höhere Überlebensraten sehr kleiner Kinder ohne adäquate augenärztliche Kontrolle ein zunehmendes Problem dar.
Durch das Protokoll der „Refractive Error Study in Children“ (RESC) konnten in den letzen Jahren erste vergleichbare, populationsbasierte, verlässliche Zahlen zur Prävalenz von Refraktionsfehlern gewonnen werden.
Schlussfolgerungen
Nach 10 jähriger Programmdauer von Vision 2020 konnten Fortschritte in der Identifikation und Behandlung der häufigsten Erblindungsursachen im Kindesalter gemacht werden. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit die augenärztliche Versorgung und Ernährungssituation für Kinder zu optimieren. |
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