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Abstract

FR.02.02b

LASIK-Flap mit Femto-Laser

Omid Kermani
Augenklinik am Neumarkt, Köln

Die in der Augenchirurgie angewandten Femtosekunden(Fs)-Laser emittieren gepulste Infrarotstrahlung bei 1040nm Wellenlänge. Die Laserstrahlung kann, wegen der sehr geringen Absorption in Wasser, auch innerhalb des Auges (Hornhaut, Linse etc.) für dreidimensionale Prozesse eingesetzt werden. Die Pulsenergie der Femtosekunden-Laser ist vergleichsweise niedrig und liegt im Bereich Nanojoule (nJ) bis Mikrojoule (µJ) pro Puls. Die Expansion der in einem fs.-Laser Pulszug entstehenden Gasblasen (1 bis 15µm Durchmesser) wird gezielt genutzt, um eine Gewebetrennung zu erzielen. Die Größe der Gasblasen und damit die mechanische Belastung des Gewebes sind abhängig von der Pulsenergie und der Pulsdauer des Lasers. Femtosekundenlaser emittieren Laserpulse von 250fs bis 800fs Pulsdauer im Kiloherz (KHz) bis Megaherz (MHz) Bereich.
Die derzeit wichtigste, auch klinisch etablierte Anwendung des fs.-Laser liegt in der refraktiven Laserchirurgie an der Hornhaut und ist die Präparation einer Lamelle (Flap) für die sog. LASIK (Laser in Situ Keratomileusis).
Der wesentliche methodische Unterschied zwischen klassischer und lasergestützter Technik ist der Umstand das bei der Fs.-Laser Anwendung die gesamte Hornhaut applaniert wird und der Laserprozess optisch präzise gesteuert werden kann. Bei der klassischen mechanischen Methode hingegen entsteht Friktion durch die über die Hornhaut geführte Fortbewegung des Abstandshalters des Mikrokeratomkopfes. Je nach Hysterese der behandelten Hornhaut baut sich eine Gewebewelle vor dem Keratomkopf auf. Im Extremfall entsteht eine zentrale Knopflochperforation (button hole). Nicht selten (bis zu 10%) kommt es zudem zu Verletzungen der epithelialen Basalmembran mit partiellen Epithelabschilferungen. Flapdurchmesser und Hinge-Breite sind bei der klassischen klingengeführten Methode abhängig von der Grösse und den Radien der behandelten Hornhaut. Bei der Lasertechnik hingegen ist die erzeugte Flapgeometrie völlig unabhängig von der Form und Beschaffenheit der individuellen Hornhaut. Die Flaps sind hundertprozent reproduzierbar. Darüberhinaus kann die Flapposition, nachdem das Gerät angedockt hat, noch optimal auf die Pupillenposition eingestellt werden. Ein Vorteil, der gerade bei hyperopen Augen mit positivem Winkel Kappa und nasal exzentrischer Pupille von Bedeutung sein kann.
Die Flapdicke ist mit dem Femtosekundenlaser präziser (100 ±10µm gegenüber 130± 20µm mit Mikrokeratom ) einzustellen. Ein wichtiger Vorteil ist hierbei die planparellele Schnittführung bei der Lasermethode (Applanation). Bei der klassischen klingengeführten Schnitt-Technik (Friktion) hat der Flap meist eine meniscoide Geometrie mit einer überproportional dicken mittleren Peripherie und einer oft sehr dünnen zentralen Zone.
Der breitere, mit einem sagitalen Schnitt, eigens konstruierte Flaprand sorgt bei der Femto-LASIK für eine bessere Anhaftung und damit für mehr Sicherheit post-operativ.

 
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