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Abstract

FR.10.05

10 Jahre Erfahrungen mit der gedeckten Sklerotomie als fistulierende Glaukom-Operation

Christopher Wirbelauer, Duy-Thoai Pham

Klinik für Augenheilkunde, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin

Hintergrund:
Die gedeckte Sklerotomie wurde als minimalinvasive Variante der fistulierenden Glaukomoperation mit standardisierter Technik entwickelt. In den letzten 10 Jahren erfolgten verschiedene klinische Untersuchungen zur Optimierung des chirurgischen Verfahrens.
Methoden:
In drei klinischen Untersuchungen wurden 162 Patienten mit fortgeschrittenem Glaukom operiert und über mindestens 1 Jahr beobachtet. In der ersten Untersuchung (n=59) wurden Modifikationen der minimal-invasiven chirurgische Technik mit und ohne Füllung der Vorderkammer mit einem Viskoelastikum geprüft, wobei der Boden eines 3 mm korneoskleralen Tunnelschnittes T-förmig mit 1,75 mm Breite perforiert und anschließend in der radiären Länge durchtrennt wurde. In der zweiten Untersuchung (n=63) erfolgte zur Fibrosehemmung die primäre Applikation von Mitomycin-C (MMC) 0,02% über 3 Minuten. In einer dritten Untersuchung (n=40) wurde der Einfluss von Revisionsoperationen zur Reaktivierung der Fistulation beurteilt.
Ergebnisse:
Die gedeckte Sklerotomie ermöglichte eine fistulierende Operation mit Ausbildung von morphologisch funktonierenden Sickerkissen in 60-70% der Fälle. Der intraokulare Druck (IOD) konnte in allen Untersuchungen um 30-45% (P<0,05) gesenkt werden. In der ersten Untersuchung lag die Hypotonierate unter 20%, aber die Zahl der Revisionseingriffe war noch erhöht. Die absolute Erfolgsrate konnte in der zweiten Untersuchung durch die primäre Anwendung von MMC um 25% gesteigert werden. Bei komplizierten Ausgangssituationen lag die Erfolgsrate bei 40%. Bei Revisionseingriffen konnte die Versagerquote um weitere 50% verringert werden.
Schlussfolgerungen:
Die gedeckte Sklerotomie erforderte eine geringe chirurgische Manipulation im Bereich von Bindehaut und Sklera. Obwohl durch diese Technik eine signifikante Drucksenkung erreicht wurde, konnte die Vernarbungsrate des Sickerkissen im Vergleich zur klassischen Trabekulektomie nicht gesenkt werden. Die primäre Anwendung von Antimetaboliten steigerte auch nach Revisionseingriffen die Erfolgsrate. Die Erfahrungen der letzten 10 Jahre zeigten, dass durch die Operationstechnik die Komplikationsrate gesenkt und durch eine primäre zusätzliche Fibrosehemmung eine Steigerung der Erfolgsrate erzielt werden konnte.

 
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