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Abstract

FR.10.09

Ahmed Glaucoma Valve mit MMC bei Z.n. antiglaukomatösen Vor-OP’s und ‘vorbelasteten’ Augen

Stefanie Pape, Anne Brüggemann, Maya Müller

Klinik für Augenheilkunde, Campus Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

Hintergrund: 
Die Implantation von Drainagesystemen zur IOD Senkung bei voroperierten Augen oder operativ erfolglos therapierten, also ‚vorbelasteten‘ Partneraugen gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Methoden:    
Retrospektive konsekutive Fallserie mit 55 Augen (A) von 47 Patienten, bei denen zwischen 2004 und 2009 eine Ahmed Glaucoma Valve (AGV)  implantiert wurde (VK n=53, Pars Plana: n=2). Analysiert wurden: Glaukomart, Linsenstatus, Visus, IOD, antiglaukomatöse Lokaltherapie präop. und zu Ende der Nachbeobachtung, operative Maßnahmen vor AGV sowie Komplikationen. Mittl. Nachbeobachtungszeit: 12 Mon. (2 – 44), mittl. Lebensalter: 67,4 Jahre (25 – 86).
Ergebnisse:  
Offenwinkelglaukom (POWG): 26 A, Pseudoexfoliationsglaukom (PEX): 11 A, Sekundärglaukom (SG): 11 A, Engwinkelglaukom (EWG): 7 A. 48 A waren pseudophak, 4 phak und 3 aphak. Drucksenkende Maßnahmen vor AGV: Trabekulektomie (TE) (n=21), Re- TE (n=4), LTP (n=10), CPC (n=15). 19 Partneraugen wurden primär mittels fistulierender OP behandelt, davon 14 mit unzureichender IOD-Reduktion oder postop. Komplikationen.  Bei allen Glaukomarten konnte eine signif. Reduktion des IOD erreicht werden: IOD präop gesamt: 27,4mmHg (SD 8,4) auf IOD postop gesamt: 13,9mmHg (SD 3,6) [p<0,0001]; pOWG: 25,0mmHg (SD 8,6) auf 13,3mmHg (SD 3,3) [p<0,0001]; PEX: 27,8mmHg (SD 9,3) auf 14,4mmHg (SD 3,4) [p<0,0001]; SG: 32,0mmHg (SD 7,3) auf 14,0mmHg (SD 3,6) [p<0,0001]; EWG: 28,8mmHg (SD 4,3) auf 15,2mmHg (SD 4,9) [p<0,05]. Die mittlere IOD Reduktion war bei SG mit 18mmHg am effektivsten. Der Visus zeigte in keiner Gruppe einen Unterschied zwischen den präop. (logMar 0,72; SD 0,72) und postop. Werten (logMar 0,81; SD 0,85). Es konnte kein Unterschied bezügl. der Visus- oder Tensioentwicklung zwischen Pat. mit fistulierender Vorbehandlung oder ohne chirurg. Intervention gesehen werden. Präop. wurden im Durchschnitt 2,8 lokale antiglauk. Wirkstoffe appl., postop. jedoch nur in Einzelfällen (2,1 Medikationen bei insgesamt 12 A (21,8%). Insgesamt wiesen 16 Pat. postop. oder im weiteren Verlauf folg. Ereignisse auf: passagere IOD Erhöhung (n=5), Hypotonie mit erforderl. Schlauchligatur (n=1), Hyphäma mit Vorderkammerlavage (n=4), Dislokation mit Reposition des Schlauchsystems (n=4), AGV Einkapselung mit spätem IOD Anstieg (n=4), davon erhielten 3 Patienten eine zweite AGV.
Schlussfolgerung:   
Bei bereits voroperierten Augen erweist sich die Implantation von AGV unabhängig von dem zugrundeliegenden Glaukom als eine effektive Methode.

 
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