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Abstract

FR.11.05

Fazialisparesen: Wiederherstellung der Lidmechanik und Protektion der Hornhaut

Anja Eckstein

Abteilung für Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes, Universitäts-Augenklinik Essen, Essen

Hintergrund
Referat zum Thema Wiederherstellung der Lidmechanik und Protektion der Hornhaut.
Methode
Eigene Patientenbeispiele und in der MEDLINE verfügbare Literatur zum Thema werden vorgestellt.
Ergebnisse
Fazialisparesen treten am häufigsten idiopathisch, nach Schlaganfällen oder nach Tumorchirurgie im Ausbreitungsgebiet des Nerven auf. Während im ersten Fall in 70% der Fälle mit einer vollständigen Rückbildung gerechnet werden kann – sind Fazialisparesen nach Tumorchirurgie oft irreversibel. Der Verlust der Orbikularisinnervation führt zu Lidfehlstellung und inkompletten Lidschluss. Sekundär resultiert eine Hornhautbenetzungsstörung, die bei Patienten mit gleichzeitigem Verlust der sensiblen Innervation zu schweren Schäden führen kann.
Sofortmaßnahmen umfassen die  Benetzungstherapie (inklusive Uhrglasverband und Ptosisinduktion durch eine Botulinumtoxin-Injektion in den Levatormuskel). Bei nicht zu erwartender Regeneration (in Zweifelsfällen – Elektrophysiologie) kann die rehabilitative Chirurgie unmittelbar initiiert werden. Diese umfasst die Levatordesinsertion oder lidloading mit einem Gold- oder Platinimplantat zur Verringerung der Oberlidretraktion und temporale/nasale Kanthopexie bzw. Tarsorrhaphie zur Verbesserung der horizontalen Stabilität des Unterlides. Alle Maßnahmen führen zur Lidspaltenverkleinerung und damit zur Verringerung der exponierten Hornhaut/Bindehautoberfläche. Bei starker Brauen-Asymmetrie ist eine Brauenptosis-Korrektur zu erwägen.  
Schlussfolgerungen
Bei Lidfehlstellung und Lagophthalmus infolge der Fazialisparese muss sofort mit der Befeuchtungstherapie und Schutzmaßnahmen begonnen werden. Wenn eine Regenration unwahrscheinlich ist kann sofort mit den operativen Korrekturen begonnen werden.

 
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