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Abstract

FR.14.06

Implantation einer retropupillar nahtlosfixierten Artisan-IOL mittels kornealer / korneoskleraler Tunnelinzision – Alternative Methode zur Aphakiekorrektur bei Augen ohne intakten Kapselapparat

Angela Hahn1, Nina Niederdräing1, Klaus Schmitz2, Norbert Bornfeld1, Klaus-Peter Steuhl1, Daniel Meller1
1Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, 2Universitäts-Augenklinik Düsseldorf

Hintergrund
Verschiedene bereits angewandte Linsenimplantationstechniken bei Augen ohne intakten Kapselapparat, z.B. die kammerwinkelgestütze Vorderkammer-IOL-Implantation oder die skleranahtfixierte Hinterkammer-IOL-Implantation, bergen durch Lage der Haptiken oder Schweregrad der OP-Technik Risiken. Ziel ist daher die Evaluierung der Operationstechnik, Wirksamkeit und Sicherheit der Implantation einer nahtlos retropupillarfixierten Artisan-IOL mittels cornealer/corneoskleraler Tunnelinzision zur Aphakiekorrektur in Augen ohne intakten Kapselapparat.
Methode
Retrospektive Untersuchung von 12 Patienten, denen sekundär Artisan-PIOL implantiert wurden (2006-2008). Untersucht wurden der bestkorrigierte Visus, der intraokulare Druck, Pigmentdispersion, Linsenposition, Endothelzellverlust und Vorhandensein eines Makulaödems. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 9 Monate. Eingeschlossen wurden Patienten mit einer Luxation/Subluxation der körpereigenen Linse/der primär implantierten IOL in den Glaskörper. Ursache der Luxation/Subluxation waren Komplikationen während bzw. nach anderen Operationen oder Traumata. Die Artisan-PIOL wurden entweder ein- (n=8) oder zweizeitig (n=4) implantiert.
Ergebnisse
Die postoperative Sehschärfe reichte von 0.1 bis 0.5, wobei bereits präoperativ bestehende Schäden (Glaukom, Voroperationen) zu berücksichtigen sind. In 72% d. Fälle (n=8) stieg postoperativ der bestkorrigierte Visus an (gemittelt um 2,4 Zeilen), in 25 % blieb er konstant (n=3). In einem Fall trat ein Visusabfall auf. Als Komplikationen waren Pupillenverziehungen (n=7), erhöhter intraokularer Druck (n=1), sowie ein hoher Astigmatismus (n=1) zu verzeichnen. Bei zwei Patienten war eine operative Re-Fixation bei erneut subluxierter IOL erforderlich. Zwei Patienten zeigten im Bereich der Enklavationsstellen eine Irisatrophie, ein Patient Lentodonesis. Endothelzellverlust, Makulaödem und visusrelevante Pigmentdispersion konnten nicht nachgewiesen werden.
Schlussfolgerungen
Die retropupillare Implantation von Artisan-IOL stellt eine alternative Methode zur Aphakiekorrektur in Augen ohne intakten Kapselapparat dar, bei denen anderweitige Linsenimplantationstechniken zu komplikationsträchtig erscheinen. Inwieweit durch die Irritation des gefäßführenden Irisgewebes verursachte Langzeitkomplikationen wie Sekundärglaukom, Endothelzellverlust oder ein zystoides Makulaödem bei der retropupillaren Implantation seltener auftreten, bleibt Langzeitbeobachtungen vorbehalten.

 
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