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Abstract

FR.18.12

Entwicklung eines ex-vivo-Modells der Keratoconjunctivitis sicca für die Untersuchung und Bewertung von Verfahren zu deren Therapie

Felix Spöler
Institut für Halbleitertechnik, RWTH Aachen

Ziel: Die Bewertung von Therapien des trockenen Auges beruht derzeit auf Medikamentenentwicklungen, welche zunächst in unspezifischen sowie spezifischen Zell-kulturen untersucht werden und erst im Anschluss daran durch Tierversuche und zuletzt Untersuchung am gesunden und kranken Auge verifiziert werden. Um diesen Prozess zu-künftig zu vereinfachen, soll der in enger Kooperation mit dem Aachener Centrum für Tech-nologietransfer in der Ophthalmologie e.V. entwickelte Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT) innerhalb des geplanten Forschungsvorhabens zu einem Modell für die Keratoconjunctivitis sicca weiterentwickelt werden. In Kombination mit hochauflösender optischer Kohärenzto-mographie (OCT) als Instrument für die Verlaufskontrolle soll dadurch für das Krankheitsbild des trockenen Auges erstmalig ein in vitro Testsystem zur Verfügung gestellt werden, das eine Untersuchung und Bewertung von Therapieverfahren über mehrere Tage an lebendem Gewebe erlaubt.
Methode: Der EVEIT beruht auf einer selbstheilenden Kultur von Kaninchenhornhäuten und erlaubt bereits Untersuchungen der okkulären Toxizität von Chemikalien. Im Rahmen des angestrebten Projektes soll evaluiert werden, ob der EVEIT darüber hinaus zu einer univer-sellen Testplattform für Therapieverfahren zur Behandlung des trockenen Auges erweitert werden kann. Um dies zu erreichen, sollen die bisher angewendeten Kulturbedingungen der Hornhäute so angepasst werden, dass unterschiedliche Schweregrade der Keratoconjuncti-vitis sicca reproduzierbar modelliert werden können. Als wesentliches Werkzeug für die Ver-laufskontrolle soll dabei die hochauflösende OCT eingesetzt werden. Durch dieses nicht-invasive bildgebende Verfahren ist die Schichtdicke des Tränenfilms und dessen Abrissver-halten, die Schädigungen des Epithels sowie die Schichtdicke der Hornhaut zeit- und ortsaufgelöst zugänglich. Nach erfolgreicher Etablierung des Modellsystems soll innerhalb des Forschungsvorhabens die Anwendbarkeit des Verfahrens durch einen Vergleich han-delsüblicher Tränenersatzstoffe exemplarisch demonstriert werden.
Schlussfolgerungen: Durch das Projekt soll der Wissenschaft als Fernziel ein universelles tierversuchsfreies Werkzeug für die Entwicklung und Bewertung von Therapieverfahren der Keratoconjunctivitis sicca zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird angenommen, dass die Leistungsfähigkeit dieses Verfahrens im Erfolgsfall deutlich über die bisherigen Möglichkeiten in der tierversuchsfreien Forschung hinausgeht.

 
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