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Abstract
FR.20.04
Ungewöhnliches Erscheinungsbild einer tamoxifenassoziierten Makulopathie
Tobias Hager, Stephan Hoffmann, Berthold Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar
Hintergrund
Unter Therapie mit Tamoxifen tritt bei 0,6% der behandelten Patienten eine Retinopathie auf. Diese zeichnet sich durch einen ausgeprägten Visusverlust bei kristallinen glitzernden Einlagerungen in der Makula mit Makulaödem oder durch kristalline Einlagerungen in die Peripherie aus.
Methode
Wir berichten über eine 55jährige Patientin mit seit 10 Monaten bestehender Visusreduktion (OD et OS cc 0,2) bei Mammakarzinom und ossären Metastasen, die sieben Jahre eine Tamoxifentherapie (20 mg/d) erhielt.
Ergebnisse
Funduskopisch bestand beidseits eine Papillenexkavation von 0,5 bei bekanntem primär chronischem Offenwinkelglaukom. In der OCT-Untersuchung des rechten Auges zeigte sich ein zystoides Areal im Foveabereich mit fokaler Disruption der Photorezeptorschicht ohne Anhalt für ein Makulaödem oder -verdickung. Das 30II-Gesichtsfeld am rechten Auge war auffällig. Die Autofluoreszenz zeigte keine Hyperfluoreszenz. Es bestanden keine elektrophysiologischen Veränderungen (Helligkeits-ERG, mf-ERG) i.S. einer karzinomassoziierten Retinopathie (CAR). In der Fluoreszenzangiographie zeigte sich beidseits in der Frühphase eine ausgeprägte Exsudation im Makulabereich.
Schlussfolgerungen
Obwohl die tamoxifenassoziierte Retinopathie eine seltene Erkrankung darstellt, ist sie bei langjähriger Tamoxifentherapie und plötzlichem ausgeprägtem Visusverlust eine der ersten Verdachtsdiagnosen. Eine gezielte morphologische Diagnostik wird durch die Tatsache erschwert, dass bisher nur Fallstudien mit geringer Patientenzahl berichtet wurden. Die morphologischen Übergänge sind daher fließend. Bedeutsam ist vor allem bei Patienten mit Metastasen die Abgrenzung zur CAR. |
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