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Abstract
FR.20.08
Quantitative OCT-Analyse von Veränderungen der Netzhautschichten im Makulabereich bei nicht-glaukomatösen Optikusatrophien
Helmut Tegetmeyer, Elisabeth Kühn
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
Hintergrund
Optikusatrophien führen nicht nur zu einer Verminderung der Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) sondern auch zu einer Reduktion des Makulavolumens (MV). Mit Hilfe der optischen Kohärenztomographie (OCT) wurde untersucht, welche Schichten der Makula von Dickenveränderungen als Folge einer Optikusatrophie betroffen sind.
Methode
27 Patienten (mittleres Alter 32,0+15,8 Jahre) mit nichtglaukomatösen Optikusatrophien verschiedener Genese (darunter postneuritische, hereditäre, traumatische und kompressionsbedingte Atrophien) und 21 augengesunde Kontrollpersonen (mittleres Alter 30,9+17,9 Jahre) wurden untersucht. OCT-Scans der RNFL und der Makula wurden mit Hilfe der schnellen Protokolle des Stratus OCT 3000 (Carl Zeiss Meditec) durchgeführt. Die axialen Reflektivitätsprofile der radialen Scans wurden aus den exportierten JPEG-Bildern an 12 Punkten in 1,5mm Entfernung von der Foveola der Scans vermessen und gemittelt. Die charakteristische Sequenz von 5 Intensitätsmaxima und 4 Intensitätsminima wurde der Lokalisation der einzelnen Makulaschichten zugeordnet..
Ergebnisse
Die von Optikusatrophie betroffenen Augen wiesen signifikant (p<0,05) reduzierte RNFL-Dicken (64,4µm+15,1µm) und MV-Werte (6,00mm³+0,42mm³) auf (Kontrollgruppe: 103,5µm+9,7µm bzw. 6,90mm³+0,34mm³). Bei allen untersuchten Formen der Optikusatrophie waren nicht nur die makuläre Nervenfaserschicht (MNFL) sondern alle inneren Schichten der makulären Netzhaut verdünnt. Die mittlere Reduktion betrug 21,2% (MNFL), 39,7% (Ganglienzellschicht), 33,2% (Innere plexiforme Schicht) und 9,4% (Innere Körnerschicht). Veränderungen der äußeren Netzhautschichten traten nur bei posttraumatischen Atrophien (Verdickung der äußeren Körnerschicht mit den Rezeptorinnengliedern) auf.
Schlussfolgerungen
Eine Beurteilung der Dicke der einzelnen Netzhautschichten aus OCT-Scans ist mit Hilfe geräteintegrierter Software bisher noch nicht möglich. Die quantitative Analyse der axialen Reflektivitätsprofile aus exportierten OCT-Bildern stellt eine geeignete Methode zur Beschreibung des Verlaufs und der Lokalisation von Makulaveränderungen bei Optikusatrophien verschiedener Genese dar. |
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