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Abstract
FR.20.09
Selektive Retina-Therapie (SRT) bei akuter und chronischer Retinopathia centralis serosa
Andreas Walter1, Philipp Prahs1, Roman Regler1, Dirk Theisen-Kunde2, Ralf Brinkmann2, Carsten Framme1
1Universitäts-Augenklinik Regensburg, 2Medizinisches Laserzentrum Lübeck GmbH, Lübeck
Hintergrund
Die Wirksamkeit der spezifisch auf das retinale Pigmentepithel (RPE) wirkenden selektiven Retina-Therapie (SRT) in der Behandlung der akuten Retinopathia centralis serosa (RCS) ist bereits nachgewiesen worden, offen ist hingegen ein Therapieerfolg auch bei chronischer RCS.
Methode
Zwanzig Patienten mit akuter (n=5, aktiver Leckagepunkt und/oder Dauer weniger als 3 Monate) und chronisch-rekurrenter (n=15, Dauer > 3 Monate) RCS wurden mit einem Prototyp eines SRT-Lasers (Medizinisches Laserzentrum Lübeck GmbH, Germany, Nd:YLF-Laser, 527nm, 30 Pulse mit 100Hz, Pulsdauer 250-300ns oder 1700ns) behandelt. Im Mittel wurden 6 Läsionen mit einem Durchmesser von 200 µm in das Leckagegebiet appliziert. Vor der Behandlung wurden zur Bestimmung der angiographischen Schadensschwellen Testläsionen an den Gefäßbögen durchgeführt. Bei allen Patienten lag vor der Behandlung mittels OCT nachgewiesene subretinale Flüssigkeit vor.
Ergebnisse
Bei allen Patienten mit akuter RCS kam es nach der Behandlung zur Resorption der Flüssigkeit (Mittelwert 36 Tage: 19-71 Tage). Bei 5 Patienten mit chronischer RCS verschwand die Flüssigkeit nach der ersten Behandlung, bei 2 weiteren Patienten trocknete der Quellpunkt aus, die subretinale Flüssigkeit persistierte wegen eines neuen Quellpunktes (Mittel 58 Tage: 14-180 Tage). Bei weiteren 6 Patienten mit chronischer RCS verschwand die Flüssigkeit nach einer zweiten Behandlung mit höheren Energien (Mittel 25 Tage: 21-35 Tage). Hier wurde via Optoakustik für jeden Laserspot sichergestellt, dass die gewünschten RPE-Effekte auch erzielt wurden. Die letzten 2 Patienten mit chronischer RCS zeigten keine Besserung auf SRT, eine Zweitbehandlung war nicht möglich.
Schlussfolgerungen
Die SRT ist eine wirkungsvolle Behandlung bei der akuten RCS. Bei der chronischen RCS konnte ein primärer Erfolg (Resorption der subretinalen Flüssigkeit) bei 5/15 Patienten (33%) erreicht werden, ein endgültiger Erfolg bei 11/15 Patienten (73%) nach Zweitbehandlung von 6 Patienten mit höheren Energien. Dabei muss angenommen werden, dass aufgrund von RPE-Veränderungen bei chronischer RCS die verwendete angiographische Dosimetrie mit Testexpositionen an den Gefäßbögen nicht die notwendige Energie für die zentrale Behandlung widerspiegelt. Die optoakustisch gesteuerte Energiewahl scheint bei der chronischen RCS der vor der Behandlung vorgenommenen "Testläsionsdosimetrie" überlegen zu sein. |
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