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Abstract
FR.21.10
Häufigkeit von iatrogenen Stichverletzungen der Netzhaut oder Linse durch intravitreale Injektion
Nina Kosanetzky1, Stephan Michels2, Hans-Martin Helb1, Stefan Mennel3, Jörg C. Schmidt4, Nicole Eter1, Eduardo B. Rodrigues5, Frank G. Holz1, Carsten H. Meyer1
1Universitäts-Augenklinik Bonn, 2Augenklinik der Universität Zürich, Schweiz; 3Universitäts-Augenklinik Marburg; 4Augenklinik, Tausend Fensterhaus, Duisburg, 5Vision Institut (IPEPO) Federal University of São Paulo, Brazil
Hintergrund:
Die Häufigkeit von iatrogenen Verletzungen der Linse oder Netzhautablösungen während der intravitrealen Injektion ist sehr selten und wenig untersucht.
Methoden:
In einer retrospektiven Studie untersuchten wir die Anzahl an intravitrealen Injektionen an 5 Zentren 5. Januar 2006 und 22. Dezember 2008. Alle intravitrealen Injektionen wurden unter sterilen Bedingungen in einer liegenden Position, 3.5 bis 4.0 mm hinter dem Limbus mit einem schrägen Einstich durchgeführt. Die Anzahl der iatrogenen Linsenverletzungen oder Netzhautablösungen wurden erhoben.
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 32318 intravitreale Injektionen durchgeführt und 3 iatrogene Linsenverletzungen sowie 4 Netzhautablösungen beobachtet. Netzhautablösungen traten bei 2 myopen Augen sowie 2 Glaskörperblutungen auf. Alle Linsenverletzungen traten in hyperopen Augen auf. Die Häufigkeit für alle intravitrealen Injektionen betrug 0.009% (3/32318). Die Rate an phaken Augen betrug 67%, somit beträgt die Häufigkeit für phake Augen 0.013% (3/21653) (95% Konfidenzintervall, 0.00% bis 0.05%).
Schlussfolgerungen:
Obwohl die Injektionstechnik sehr sicher ist kann es in seltenen Fällen zu Verletzungen von Netzhaut und Linse kommen. Die Häufigkeit dieser traumatischen Verletzungen ist allerdings sehr selten. Eine gute Vorbereitung des chirurgischen Einstichstelle mit ausrechender Betäubung und ausführliche Information des Patienten, sowie gute anatomische Kenntnisse des behandelnden Arztes sind wichtig um dieses seltene Ereignis zu vermeiden.
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