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Abstract

SA.02.01

Glaukom-Chirurgie in Deutschland: Epidemiologie und Kosten

Christian Wolfram, Norbert Pfeiffer
Universitäts-Augenklinik Mainz

Ziel: Für Deutschland gibt es bislang nur wenige Daten zur bevölkerungsweiten Verbreitung des primären Offenwinkelglaukoms und zur Häufigkeit von glaukomchirurgischen Eingriffen. Eine Modellrechnung anhand der Daten populationsbasierter Studien anderer Länder sowie offizieller Bevölkerungs- und Behandlungsstatistiken soll eine Abschätzung für die gegenwärtige Situation in Deutschland liefern. Ebenso wird eine grobe volkswirtschaftliche Kostenanalyse vorgestellt.
Methode: Einschlägige Veröffentlichungen großer epidemiologischer Augenstudien ermöglichen die Abschätzung der Glaukom-Prävalenz und -Inzidenz für Deutschland. Offizielle Daten zur Bevölkerungsgröße und zu stationären Behandlungshäufigkeiten werden regelmäßig vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. DRG-Statistiken sowie der jährlich erscheinende Arzneimittelreport werden zur Abschätzung der Kostendimension herangezogen.
Ergebnisse: Bei einer geschätzten Prävalenz von 1,5 Prozent in der Bevölkerung über dem 40. Lebensjahr ergibt sich eine Anzahl von 670.000 Glaukomkranken in Deutschland und einer jährlichen Zahl von 44.600 Neuerkrankten. Die Glaukomchirurgie machte im Jahr 2007 6,9 Prozent aller Augenoperationen aus mit ca. 33.000 stationären und weiteren 4.500 ambulanten Eingriffen. Es ergeben sich jährliche Gesamtkosten für glaukomchirurgische Operationen von ca. 87 Millionen Euro. Das Marktvolumen für Antiglaukomatosa beträgt von 266 Millionen Euro im Jahr.
Schlussfolgerungen: Epidemiologische und gesundheitsökonomische Daten sind notwendig, um die medizinische und soziale Versorgung für Glaukomkranke in Deutschland zu verstehen und zu verbessern. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Glaukomtherapien wird angesichts demographischer Veränderungen und zunehmender Engpässe in den Versorgungsbudgets in den kommenden Jahren immer wichtiger werden.

 
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