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Abstract

SA.08.05

Die Rolle der neurotrophen Faktoren und Wachstumsfaktoren bei der Neuroprotektion

Maurice Schallenberg
Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen

In den letzen Jahren ist die Neuroprotektion als therapeutisches Prinzip bei der glaukomatösen Optikusneuropathie immer stärker in den Fokus der Forschung gekommen. Obwohl die genaue Pathogenese der glaukomatösen Optikusneuropathie bislang noch nicht geklärt werden konnte, scheint die Deprivation neurotropher Faktoren und Wachstumsfaktoren bei der Vulnerabilität der retinalen Ganglienzellen gegenüber schädigender Faktoren eine entscheidende Rolle zu spielen. So kommt bei erhöhten Auengeninnendruck der retrograde axonale Transport von brain-derived neurotrophic factor (BNDF) in den retinalen Ganglienzellen zum erliegen. Eine Substitution von BNDF als intravitreale Injektion zeigte in unterschiedlichen Tiermodellen neuroprotektive Wirkung. Auch bei anderen neurotrophen Faktoren wie dem ciliary neurotrophic factor (CNTF), nerve growth factor (NGF) und glial-derived neurotrophic factor (GNDF) konnte ein neuroprotektives Potential nachgewiesen werden.
Neben diesen neurotrophen Faktoren zeigen auch andere Zytokine und Wachstumsfaktoren wie Erythropoetin (EPO), der Insulin-like growth factor (IGF) und wie kürzlich gezeigt GM-CSF (granulocyte-macrophage-colony stimulating factor) neuroprotektive Eigenschaften. Die genaue Wirkungsweise, sei es direkt durch Wirkung an einem spezifischen Rezeptor oder indirekt durch die Aktivierung von Gliazellen, konnte nicht in allen Fällen abschließend geklärt werden.
Im Falle von GM-CSF konnte ein spezifischer Rezeptor in den retinalen Ganglienzellen nachgewiesen werden. Die Stimulation dieses Rezeptors führt zu einer Aktivierung des ERK1/2-Pathways und hierüber zu einer Regulation apoptose-relevanter Proteine und zur Protektion der retinalen Ganglienzellen vor unterschiedlichen schädigenden Einflüssen.
Weitere Erkenntnisse auch aus benachbarten Disziplinen werden in Zukunft dazu beitragen das Prinzip der Neuroprotektion beim Glaukom entscheidend, und hoffentlich erfolgreich, zu beeinflussen.

 

 
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