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Abstract

SA.09.06

Zusammenhang von Organkulturdauer und Abstoßungsrisiko nach perforierender Keratoplastik

Philip Maier, Daniel Böhringer, Thomas Reinhard
Universitäts-Augenklinik Freiburg

Hintergrund
Aus der Literatur gibt es Hinweise, dass die Zahl der sich in der Hornhaut befindlichen Antigen präsentierenden Zellen im Laufe der Organkultur abnimmt. Dies könnte zur Folge zu haben, dass Hornhauttransplantate, die über längere Zeit organkultiviert werden, seltener abgestoßen werden. Diese Hypothese sollte anhand einer retrospektiven Analyse untersucht werden.
Methode
In den vergangenen 5 Jahren durchgeführte perforierende Keratoplastiken (n=1278) wurden anhand des Medians der Organkultur (21 Tage) in 2 Gruppen eingeteilt. Diese wurden mittels eines Cox proportional hazards Überlebensmodell hinsichtlich des Auftretens endothelialer Immunreaktionen, des Transplantatüberlebens und des chronischen Endothelzellverlustes unter Berücksichtigung des Alters der Patienten zum Zeitpunkt der Operation, des Spenderalters und der Risikosituation verglichen.
Ergebnisse
Es zeigte sich, dass in der Gruppe mit verlängerter Organkultur (>21 Tage) unter Berücksichtigung des Alters der Patienten zum Zeitpunkt der Operation, des Spenderalters und der Risikosituation statistisch signifikant weniger endotheliale Immunreaktionen auftraten als bei kürzerer Organkulturdauer. Die Kulturdauer zeigte jedoch keinen statistisch signifikanten Einfluss auf den chronischen Endothelzellverlust oder das klare Transplantatüberleben.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse dieser retrospektiven Analyse zeigen, dass die verlängerte Organkulturdauer zu einer Abnahme des Abstoßungsrisikos nach perforierender Keratoplastik führt. Dies könnte durch eine Abnahme der Zahl an Antigen präsentierenden Zellen während der Organkultur bedingt sein.

 
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