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Abstract

SA.09.12

2-Jahres Ergebnisse von Hochrisikokeratoplastiken nach Limbusepitheltransplantation

Nina Niederdräing, Melissa Thanos, Mikk Pauklin, Henrike Westekemper, Raid Darawsha, Klaus-Peter Steuhl, Daniel Meller
Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen

Hintergrund
Eine limbale Stammzellinsuffizienz (LSZ), wie sie z.B. nach schweren Verätzungen oder Verbrennungen auftritt, stellt ein hohes Risiko für eine Abstoßung nach perforierender Keratoplastik (PKP) dar. Wir stellen unsere Ergebnisse von Patienten vor, die nach Oberflächenrekonstruktion mit gezüchtetem Limbusepithel eine perforierende Keratoplastik erhalten haben.
Methode
Im Rahmen einer nichtvergleichenden, retrospektiven interventionellen Fallserie konnten 11 Augen von 10 Patienten (m:w, 3:7, Alter 26-74 Jahre, Mittel 42,1J.) eingeschlossen werden. Davon erhielten 7 Augen eine kontralaterale autologe Limbusepitheltransplantation (LE-Tx, Ex-vivo-Expansion einer Limbusbiopsie vom Partnerauge) und 4 Augen eine allogene LE-Tx (Ex-vivo-Expansion von Multiorganspender oder Lebendspender). In 3 Augen wurde eine PKP simultan und in 8 Augen eine PKP im Mittel 8,4 Monaten (7 bis 21 Monate) nach LE-Tx durchgefüht. Alle Patienten erhielten prä- und postoperativ zusätzlich Avastin s.c. Es erfolgten anschließend engmaschige klinische Verlaufskontrollen.
Ergebnisse
Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 25,7 ± 8,3 Monate (15- 38 Monate) nach LE-TX und 17,5 ± 8,8 Monate (4 to 35 m) nach PKP. Ein intaktes Oberflächenepithel wurde in 8 Augen (73%) erzielt. Drei Augen (27%) zeigten periphere Hornhautvaskularisationen und ein instabiles Hornhautepithel. Die Sehschärfe verbesserte sich signifikant von Handbewegungen (präoperativ) zu 0.2 (postoperativ) (p<0.0001). Die Sehschärfe stieg in 9 Augen (82%) an, war stabil in 1 Auge (9.1%) und verschlechterte sich in 1 Auge (9.1%). Eine akute Abstoßungsreaktion der Hornhaut wurde in 2 Augen von 2 Patienten mit autologer LE-Tx beobachet, welche aber durch Erhöhung der immunsuppressiven Therapie aufgefangen werden konnten. Ein chronisches Hornhaut- oder Limbustransplantatversagen wurde in 2 Augen nach allogener LE-Tx beobachtet.
Schlussfolgerungen
Die Kombination von autologer, bzw. allogener LE-Tx und anschließender PKP führt zu einer deutlichen Visusverbesserung. Nach PKP wird eine dauerhafte Immunsuppression über mindestens 6-12 Monate empfohlen.

 
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