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Abstract

SA.10.01

Funktionelle und anatomische Ergebnisse nach operativer Versorgung der rhegmatogenen Amotio in Abhängigkeit vom prä- und intraoperativen Befund

Nicolas Feltgen1, Peter Walter2, Hans Hoerauf1, Heinrich Heimann3, Ralf-Dieter Hilgers4, Nicole Heussen4, Die SPR Studiengruppe
1Universitäts-Augenklinik Göttingen, 2Universitäts-Augenklinik der RWTH Aachen, 3St. Paul`s Eye Unit, Royal Liverpool University, Liverpool, United Kingdom, 4Institut für Medizinische Statistik, Universität Aachen, Aachen

Hintergrund
Adhäsion und Migration von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE) sind initiale Schritte in der Pathogenese der proliferativen Vitreoretinopathie (PVR). Lectine sind glycosid-bindende Proteine, welche über ihre Bindung an die Zuckerketten verschiedenster Proteine multiple zelluläre Funktionen beeinflussen können. Der Einfluss des endogenen Lectins, Galectin-1, auf Anheftung, Ausbreitung und Migration humaner RPE Zellen wurde untersucht.
Methode
Kultivierte humane RPE Zellen wurden mit unterschiedlichen Konzentrationen Galectin-1 (0 - 250 µg/mL) behandelt. Die Viabilität der Zellen wurde nachfolgend mittels MTT Assay bestimmt und die Bindung von Galectin-1 an RPE Zellen immunzytochemisch dargestellt. Das Attachment der mit Galectin-1 behandelten RPE Zellen auf den Glycoproteinen Laminin und Fibronektin, sowie auf Galectin-1 und den jeweiligen Glycoprotein/Galectin-1 Kombinationen als Substrat, wurde mittels des MTT-Tests quantifiziert. Zur Bestimmung der Migration der RPE Zellen diente ein modifizierter Boyden Chamber Assay mit PDGF-BB als chemotaktischem Faktor. Das Spreading der RPE Zellen wurde als zytoplasmatische Haloformation charakterisiert und mittels Giemsa Färbung dargestellt.
Ergebnisse
Exogen zugegebenes Galectin-1 band in Abhängigkeit von seiner ß-galactosid-bindenden Funktion an die Zelloberfläche der RPE Zellen. Im MTT-Test zeigte sich im untersuchten Konzentrationsintervall keine Toxizität. Nach Zugabe von Galectin-1 zu suspendierten RPE Zellen kam es unabhängig von den jeweiligen Substraten zu einer dosisabhängigen Hemmung von Attachment, Spreading und Migration der RPE Zellen um mehr als 70%. Galectin-1 als Substrat hemmte Spreading und Migration der RPE Zellen, und reduzierte Attachment und Migration der Zellen auf Fibronectin um bis zu 80%.
Schlussfolgerungen
In seiner Funktion als zelloberflächengebundenes Lectin führt exogen zugegebenes Galectin-1 in vitro zu einer deutlichen Hemmung von RPE Attachment, Spreading und Migration ohne offensichtliche Zytotoxizität. Aufgrund dieses Wirkungsprofils könnte diese endogene Substanz einen vollkommen neuartigen Therapieansatz zur Prophylaxe und Therapie der PVR darstellen.

 
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