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Abstract

SA.10.05

Triesence® versus aufgereinigtes Volon A® – Was ist der Unterschied?

Martin S. Spitzer, Kathrin Rinker, Charlotte Frank, Efdal Yörük, Maximilian Schultheiss, Karl U. Bartz-Schmidt, Peter Szurman
Universitäts-Augenklinik Tübingen

Hintergrund:
Die intravitreale Gabe von Triamcinolon wird sowohl therapeutisch bei verschiedenen vitreo-retinalen Erkrankungen als auch als Adjuvans während der Pars-Plana-Vitrektomie zur besseren Visualisierung des Glaskörpergerüsts angewandt. Seit einiger Zeit ist in den USA, das konservierungsmittelfreie Triamcinolonpräparat Triesence® erhältlich. Die Unterschiede zu den herkömmlichen aufgereinigten (und dadurch ebenfalls konservierungsmittelfreien) Triamcinolonpräparaten wie Volon-A® sind aber unklar, obgleich Triesence® vom Hersteller als „specifically formulated for the eye“ beworben wird.
Methoden:
Triesence®, konservierungsmittelhaltiges Kenalog® oder aufgereinigtes Triamcinolon (Volon A®) (1 - 0.01 mg/ml) wurde entweder direkt oder in einem Boyden-Kammerversuchsaufbau zu konfluenten Zellkulturen von retinalen Pigmentepithelzellen (ARPE19) oder retinalen Ganglienzellen (RGC5) hinzugegeben. Die Zellvitalität wurde mittels MTT-ELISA und Live/Dead®-Assay quantifiziert. Ferner wurden die öffentlich einsehbaren FDA-Unterlagen des Zulassungsantrags für Triesence® hinsichtlich der Unterschiede zwischen Triesence und herkömmlichen Triamcinolonpräparaten recherchiert.
Ergebnisse:
Direkte Sedimentation von Triesence®, Kenalog® oder aufgereinigtem Volon A® führten zu einem ausgeprägten Zelluntergang, wobei bei Triesence® diese zytotoxische Wirkung am ausgeprägtesten war. Ohne direkten Zellkontakt wurden alle drei Präparate in der Zellkultur gut toleriert. Aus dem öffentlich zugänglichen Anteil der FDA-Unterlagen war ersichtlich, dass die Zulassung von Triesence® überwiegend auf Studienergebnissen mit Kenalog® bzw. aufgereinigtem Volon-A® basierte. Triesence® ist außer zur intraoperativen Anwendung während einer Vitrektomie derzeit in den USA nur zur Behandlung der sympathische Ophthalmie, der Arteriitis temporalis sowie von Uveitiden oder intraokularen Entzündungszuständen, die therapierefraktär auf topische Steroide sind, zugelassen. Das bedeutet, dass die Gabe von Triesence® beim diabetischen Makulaödem, beim Irivine-Gass-Syndrom, bei der neovaskulären AMD oder nach Gefäßverschlüssen ebenso Off-Label ist wie die älteren Präparate (Kenalog® oder Volon A®).
Schlussfolgerungen:
Triesence® unterscheidet sich von herkömmlichen aufgereinigten Triamcinolon-Präparationen im Wesentlichen nur durch einen um ein Vielfaches höheren Preis. Ein direkter Kontakt zwischen Triesence-Partikeln mit Netzhautzellen sollte vermieden werden.

 
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