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Abstract

SA.11.02

Perspektiven der molekularen Bildgebung

Frank G. Holz
Universitäts-Augenklinik Bonn

Bei vielen Erkrankungen ist eine frühe Diagnostik entscheidend für Prävention und Therapieerfolg. Dabei stellt eine Krankheit einen dynamischen Prozess dar, der häufig Jahre vor der Entwicklung von Symptomen molekulare Alterationen auf Zellebene hinterlässt - mitunter eine lange Zeit, bevor die Erkrankung mit konventioneller Bildgebung diagnostizierbar ist. Mit neuen bildgebenden Technologien eröffnen sich in der Augenheilkunde völlig neue Pespektiven und Chancen, Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren. Neben der rein morphologischen Erfassung von krankheitsassoziierten Veränderungen bspw. mittels Fundusphotographie oder OCT können bereits heute mittels Autofluoreszenz-Imaging metabolische Alterationen erfasst werden wie die Akkumulation toxischer Moleküle, u.a. Nebenprodukte (A2-E) des Sehzyklus im retinalen Pigmentepithel (RPE). Longitudinale Untersuchungen haben modellhaft gezeigt, dass sich damit neue Hochrisikomerkmale bspw. für die Entwicklung/Ausdehung einer geographischen Atrophie im Rahmen der altersabhänigen Makuladegeneration (AMD) identifizieren lassen. Hochauflösende Verfahren zur topographischen Auflösung von Autofluoreszenz-Signalen mit geringer Intensität auf Netzhautebene können für die molekulare Bildgebung nutzbar gemacht werden. Dabei sollen fluoreszenzmarkierte, molekulare Sonden spezifische molekularbiologische Fingerabdrücke von Erkrankungen erfassen. Maßgeschneiderte Sonden können so für die krankhafte Veränderung typische Moleküle aufspüren. Mit Hilfe bildgebender Verfahren werden die so markierten molekularen Veränderungen sichtbar gemacht. Dies eröffnet die Chance, Netzhauterkrankungen frühzeitiger zu diagnostizieren und gezielt, individuell zu therapieren.

 

 
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