DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
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Abstract

SA.13.04

Hans Goldmann (1899-1991), der Augenarzt, welcher die tägliche ophthalmologische Praxis in den letzten 50 Jahren prägte

Balder P. Gloor
Zürich, Switzerland

Ziel: Nach kurzem Hinweis auf die Lebensdaten soll der überragende Einfluss von Hans Goldmann auf die tägliche ophthalmologische Praxis der letzten 70 Jahre bis heute aufgezeigt werden.
Methode: Durchsicht der Publikationen Goldmanns und seiner Zeitgenossen; erwähnen des Instrumentariums in Praxen und Augenkliniken 1935 - 2008. Erinnerungen anderer und eigene.
Ergebnisse: Untersuchungsgeräte: 1933 führte Goldmann eine Spaltlampe ein, welche mit einer Hand in allen Richtungen bewegt werden konnte. Wesentlich war, dass damit eine Hand frei für Handgriffe im Bereich des Auges des Patienten wurde. 1938 fügte er der Spaltlampe ein Umlenkprisma bei, um den Winkel zwischen Beleuchtungs- und Beobachtungsstrahlengang zu verkleinern. Damit wurde die Spaltlampenbiomikroskopie mit Kontaktgläsern am sitzenden Patienten ermöglicht und die Gonioskopie praxistauglich. Mit dieser Gonioskopie verhalf Goldmann der Unterscheidung zwischen akutem Winkel-/Pupillarblockglaukom und Offenwinkelglaukom zum Durchbruch (mit Barkan). 1945 publizierte er "Grundlagen exakter Perimetrie" und stellte gleichzeitig das selbstregistrierende Projektionskugelperimeter vor. 1954 folgte das Applanationstonometer, 1958 die Haag-Streit Spaltlampe 900. In der Glaukomforschung erzielte Goldmann eigentliche Durchbrüche: 1941 Bestimmung des Volumens der Vorderkammer, 1945 Entdeckung der Kammerwasservenen (mit Ascher), 1949 Beweis, dass diese Kammerwasser enthalten, 1950 Messung der Kammerwasserproduktion, 1951 Bestimmung des Abflusswiderstandes (Goldmann-Formel).
Schlussfolgerungen: Ein unbezähmbarer Drang, Unbekanntes sichtbar zu machen und zu verstehen stand hinter den zielgerichteten Forschungen und Gerätekonstruktionen von Hans Goldmanns. Jedes neue Gerät war von klinischen Arbeiten begleitet, welche dessen Nutzen und Notwendigkeit belegten. Erstaunlich ist nicht nur, dass die von ihm von 1933 bis 1958 entwickelten Instrumente den Praxisalltag bis ins 21. Jahrhundert bestimmten, sondern dass es ein einzelner Mensch gewesen ist, der wie kein zweiter so determinierend für die tägliche Praxis eines ganzen Faches geworden ist.

 
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