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Abstract
SA.15.04
Quantifizierung von Ödem und Atrophie der retinalen Nervenfaserschicht bei idiopathischer intrakranieller Hypertension
Robert Lämmer1, Alexandra Lämmer1, Josef Heckmann2, Stefan Schwab3, Christian Mardin1
1Universitäts-Augenklinik Erlangen; 2Neurologische Klinik, Klinikum Landshut; 3Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen
Hintergrund
Auch wenn die Prognose der idiopathischen intrakraniellen Hypertension prinzipiell gut und bei adäquater Therapie eine Restitutio ad integrum möglich ist, so entwickelt sich dennoch in einigen Fällen eine progrediente Optikusatrophie mit konsekutivem Gesichtsfeldverlust. Ziel der Arbeit ist die Objektivierung des neuronalen Axonverlustes im Verlauf der Erkrankung.
Methode
Es wurden 17 Patienten (Alter 27,9±7,9) mit Pseudotumor cerebri und 17 gesunde Kontrollpersonen gematched für Alter und Geschlecht untersucht. Die Patienten erhielten eine klinisch neurologische Untersuchung einschließlich diagnostischer Liquorpunktion mit Bestimmung des Liquoreröffnungsdruckes und eine standardisierte ophthalmologische Untersuchung einschließlich indirekter binokularer Ophthalmoskopie, statischer 90°-Perimetrie, Papillenphotographie und Scanning Laser Polarimerie (GDx VCC). Die Patienten wurden in zwei Subgruppen unterteilt in Abhängigkeit von dem Vorliegen eines Papillenödems (Gruppe 1) oder der Regression des Papillenödems nach Therapiebeginn (Gruppe 2). Die mittlere Beobachtungsdauer betrug 21,5 Monate.
Ergebnisse
Gruppe 1 zeigte eine erhöhte retinale Nervenfaserschichtdicke (68,06±4,71 µm; p<0,01) gemessen mittels Scanning Laser Polarimetrie, während Gruppe 2 eine deutliche Abnahme (46,72±8,96 µm; p<0,001) der Nervenfaserdicke im Vergleich zur Kontrollgruppe (59.02±6.12 µm) zeigte. 6 von 7 Patienten in Gruppe 2 mit perimetrischen Defekten hatten zudem ein pathologisches Ergebnis im GDx VCC mit NFI>30, jedoch keiner der Patienten in Gruppe 1 oder der Kontrollgruppe. Alle Patienten in Gruppe 2 mit Papillenblässe und Gesichtsfelddefekten zeigten auch einen Nervenfaserverlust in der Scanning Laser Polarimetrie, aber nur 4 von 9 Patienten mit pathologischem GDx VCC zeigten auch ophthalmoskopisch Anzeichen einer partiellen einfachen Optikusatrophie.
Schlussfolgerungen
Bei Pseudotumor cerebri mit regredienter Prominenz der Stauungspapille und Regression der Symptomatik unter systemischer Therapie kann mittels Scanning Laser Polarimerie ein früher Axonverlust als Indikator einer beginnenden Optikusatrophie nachgewiesen werden. |
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