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Abstract

SA.15.06

Papillenanomalien im Kindesalter

Isabel Oberacher-Velten, Tina Dietrich, Horst Helbig
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Klinikum der Universität Regensburg, Regensburg

Hintergrund
Papillenanomalien im Kindesalter können zum einen durch ihre morphologischen Veränderungen, zum anderen zusätzlich durch eine Amblyopie zu einer Visusminderung führen. Die Differenzierung dieser beiden Anteile ist eine wichtige Grundlage für eine sinnvolle, optimale Therapie.
Methode
Retrospektiv wurden die Daten aller Kinder im Alter von null bis acht Jahre analysiert (25), die sich im Zeitraum von August 2007 bis März 2009 mit einer Anomalie im Bereich der Papilla n. optici an unserer Klinik vorstellten. In die deskriptive Auswertung wurden Symmetrie oder Asymmetrie des Befundes, eine mögliche Beteiligung der zentralen Netzhaut, der Visus und die Visusverläufe, Binokularität und Stereosehen, die Augenstellung einbezogen. Eventuelle zusätzliche zentrale Veränderungen wurden berücksichtigt.
Ergebnisse
Bei einer großen Variabilität der morphologischen Befunde findet sich eine sehr große Variabilität der funktionellen Beeinträchtigungen, die von einer fehlenden Einschränkung bis zu einer schwersten Visusminderung reicht. Auch bei einer anfangs schweren funktionellen Beeinträchtigung kann eine Amblyopietherapie zu einer partiellen Besserung führen, wobei die hierfür erforderliche Intensität der Therapie sehr variiert.
Schlussfolgerungen
Eine möglichst exakte ophthalmologische und ggf. kinderneurologische Diagnostik trägt zu einer verbesserten Vorhersagbarkeit bleibender funktioneller Beeinträchtigungen bei Papillenanomalien im Kindesalter bei. Der Versuch einer Amblyopietherapie ist in jedem Fall sinnvoll. Weitere therapeutische Eingriffe (wie z.B. operative bei einer zentralen Abhebung der serösen Netzhaut im Rahmen einer Grubenpapille) sollten in Abhängigkeit vom funktionellen Verlauf und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände im Kindesalter erwogen werden.

 
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