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Abstract
SA.15.09
Arteriitis temporalis – Verlaufsvarianz bis zu letalen Komplikationen
Anne Brüggemann, Maya Müller
Augenklinik, Campus Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck, Deutschland
Hintergrund:
Die Arteriitis temporalis (AT) zeigt als systemische Vaskulitis sehr variable klinische Krankheitsverläufe. Für einen besseren Überblick analysierten wir eigene Patientendaten und verglichen diese mit aktuellen Studien.
Patienten und Methoden:
Retrospektive konsekutive Fallserie von 66 Patienten mit Verdacht auf Arteriitis temporalis, welche zwischen 2004 und 2008 in unserer Klinik primär behandelt oder konsiliarisch zur Operation vorgestellt wurden. Neben dem ophthalmologischen Befund wurden die neurologische und internistische Beschwerdesymptomatik sowie Komplikationen während des Krankheitsverlaufes verfolgt. Bei allen Patienten erfolgte eine ein- oder beidseitige Biopsie der A. temporalis superficialis sowie eine dopplersonografische Untersuchung. Alle Patienten mit histologisch gesicherter Diagnose erhielten eine systemische Steroidtherapie (80 – 1000mg).
Ergebnisse:
36 Patienten (54,6%) wiesen primär ophthalmologische, 21 Patienten (31,8%) primär neurologische und 9 Patienten (13,6%) primär internistische Symptomatiken auf. Bei 32 Patienten (48,5%) ergab der pathohistologische Befund typische Veränderungen im Sinne einer Riesenzellarteriitis. Ein Patient wurde trotz negativer Histologie klinisch als Arteriitis temporalis klassifiziert. Zwei Patienten mit positiver Histologie präsentierten einen dramatischen Verlauf der Erkrankung mit ausgeprägten Ischämien des vertebro-basilären Systems: bei einem Patienten ausgeprägte motorische und kognitive Defizite und bei einer Patientin multiple Hirninfarzierung mit letalem Ausgang. Ein weiterer Patient offenbarte eine transitorische Hirnstammischämie. Eine Patientin verstarb an einer akuten Pankreatitis, eine seltene aber drastische Nebenwirkung der systemischen Steroidtherapie. Annähernd die Hälfte der Verdachtsfälle (48,5%) konnten histologisch bestätigt werden. Von diesen diagnostisch gesicherten Patienten wiesen 3 Patienten (9,4%) schwerwiegende bis letale Folgen auf.
Schlussfolgerungen:
Trotz sofortiger Therapie der symptomatischen Arteriitis temporalis (AT) traten in einer bedeutsamen Prozentzahl lebensbedrohliche Krankheitsverläufe auf. Auch mit einer fächerübergreifenden, verbesserten Diagnostik und optimaler Behandlung sind prädiktive und progressive Faktoren schwer festlegbar, weshalb die AT grundsätzlich als potentiell lebensbedrohlich angesehen werden sollte. |
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