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Abstract

SA.16.04

Veränderungen der retinalen Mikrostruktur unter anti-angiogener Therapie: Eine detaillierte Analyse schichtspezifischer Veränderungen unter Lucentis-Therapie

Teresa Schneiderbauer, Christian Ahlers, Isabelle Golbaz, Christopher Schütze, Stefan Sacu, Geraldine Stock, Ursula Schmidt-Erfurth
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Hintergrund
Die hochauflösende optische Kohärenztomographie (SD-OCT) erlaubt eine detaillierte Beurteilung einzelner Netzhautschichten und die Detektion diskreter morphologischer Veränderungen. Ziel dieser Studie war die Analyse einiger dieser Veränderungen bei Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) unter Anti-VEGF-Therapie um die Nutzbarkeit dieser Parameter zur individualisierten Steuerung von Anti-VEGF Therapien zu evaluieren und schichtspezifische Veränderung im Therapieverlauf beschreiben zu können.
Methode
33 konsekutive Patienten mit unbehandelter nAMD wurden inkludiert. Die Bildgebung erfolgte mit einem aktuellen SD-OCT-System (Cirrus, Carl Zeiss Meditec) vor sowie 1 und 3 Monate nach der ersten Ranibizumab-Injektion. Das Gerät verfügte über eine axiale Auflösung von 6 µm bei 25 kA-Scans/s. Weitere Behandlungen erfolgten in monatlichen Abständen. Neben sub- oder intraretinalen Ödemen wurde auf intraretinale Reflektivitätsänderungen und fokale Schichtverdickungen geachtet.
Ergebnisse
Sowohl bekannte grob-morphologische als auch feine intraretinale Veränderungen ließen eine deutliche Besserung der morphologischen Situation bis zum 3. posttherapeutischen Monat erkennen. Destruktionen der Photorezeptorenschicht und diffuse Hyperreflektivitäten der äußeren plexiformen Schicht (OPL) speziell an Biegungskanten zeigten ein deutliches Ansprechen auf Therapie, jedoch aber keine komplette Erholung nach 3 Monaten. Keinen auffälligen Schwankungen im Zeitverlauf unterlagen hingegen fokale Hyperreflektivitäten in den äußeren Netzhautschichten und hyperreflektive Ablagerungen unterhalb der Photorezeptoren.
Schlussfolgerungen
Die SD-OCT ermöglicht die Erfassung bisher nicht beschriebener diskreter morphologischer Veränderungen unter Therapie. Dabei zeigte sich ein deutliches Ansprechen einiger dieser Parameter auf die antiangiogene Behandlung. Sichtbar wurde aber auch, dass insbesondere im Bereich der Photorezeptoren 3 Monate nach Therapiebeginn noch residuale Abnormalitäten in der Morphologie erkennbar sind, was auf eine partielle aber inkomplette Reversibilität dieser Strukturschädigungen unter Anti-VEGF-Therapie hinweist.
Dieses Wissen stellt daher einen Beitrag zum besseren Verständnis pathophysiologisch relevanter Prozesse in der zentralen Retina dar. Ziel künftiger Studien könnte es sein ihren prognostischen Wert sowie ihre potenzielle Bedeutung für eine exakter gesteuerte anti-angiogene Therapie zu prüfen.

 
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