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Abstract

SA.17.05

Serumkonzentrationen von Selenoprotein P sind bei Patienten mit M. Basedow erniedrigt und korrelieren invers mit der Krankheitsaktivität einer endokrinen Orbitopathie.

Kristian Johnson1, Nora Dehina2, Waldemar Minich2, Thomas Behrends2, Nils Morgenthaler2, Josef Köhrle2, Anja Eckstein1, Lutz Schomburg2
1Abteilung für Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes, Universitäts-Augenklinik Essen, Essen, 2Institut für Experimentelle Endokrinologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Hintergrund
Selen (Se) ist ein Spurenelement, welches von großer Bedeutung für die Funktion des Immunsystems von Säugern ist. Jüngste Studien zeigen, dass die ergänzende Gabe von Selen wirksam die Autoantikörperlast von Patienten mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen senkt. Im Blutserum ist Selen in drei verschiedenen Formen zu finden: Selenozucker und Proteine die entweder Selenomethionin oder Selenocystein enthalten. Letztere vermitteln den größten Teil der biologischen Wirkung von Selen bei Säugern. Selenoprotein P (SEPP) ist das häufigste zirkulierende Selenoprotein in Säugern. Seine Aufgabe besteht vor allem im Transport von Selen über den Blutkreislauf.
Methode
Um den Selenstatus in Patienten mit endokriner Orbitopathie zu untersuchen, wurde die Konzentration von SEPP in Patientenseren (n=110 bei durchschnittlich 4 Kontrollpunkten je Patient) und bei gesunden Kontrollpersonen (n=92) gleichen Alters und Geschlechts mittels eines kürzlich im Labor der Charite entwickeltem Sandwichassays untersucht.
Ergebnisse
Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die Patientenproben signifikant niedrigere SEPP Konzentrationen auf  (2.1 ± 0.6 versus 3.0 ± 0.5 mg/L, p<0.0001). Es zeigte sich eine schwache inverse Korrelation zwischen Krankheitsaktivität (CAS) und SEPP Konzentrationen (r=-0.22, p = 0.02).
Schlussfolgerungen
Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Selenstatus von EO Patienten hinsichtlich der Entwicklung der Basedow Erkrankung als auch für die Krankheitsprogression von funktioneller Bedeutung ist. Analyse des Selenstatus dieser Patienten ist möglicherweise ein diagnostisch und therapeutisch hilfreicher Parameter. Es bleibt nachzuweisen, ob Patienten mit niedrigen SEPP Spiegeln, von einer ergänzenden Selenbehandlung profitieren.

 
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