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Abstract

SA.17.06

Physikalische Eigenschaften von Tränenersatzmitteln

Marcus Mittag1, Gabriele Karsten2, Rudolf Guthoff1, Detlef Behrend2
1Universitäts-Augenklinik Rostock, 2Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V., Rostock-Warnemünde

Hintergrund
Das trockene Auge stellt eine große therapeutische Herausforderung für jeden klinisch tätigen Ophthalmologen  dar. Es bestehen viele innovative therapeutische Ansätze.  Die lokale Gabe von so genannten Tränenersatzmitteln spielt derzeit jedoch die wichtigste Rolle. Für ihre Funktionalität sind unter anderem ihre Viskosität und ihre Benetzungseigenschaften wichtig. Die dynamische Viskosität spielt während des Lidschlages eine Rolle, die Benetzung beim Einträufeln und im Intervall zwischen den Lidschlägen.
Methode
Es wurden physikalische Messungen bei 43 Proben von frei erhältlichen Tränenersatzpräparaten durchgeführt.  Dabei wurde unter standardisierten Messbedingungen die dynamische Viskosität und als Größe für die Benetzung der Kontaktwinkel auf verschiedenen Oberflächen bestimmt. Die Viskositäten wurden mittels eines Rheometers (RheoStress1/ Thermo Haake), die Kontaktwinkel nach dem Prinzip des liegenden Tropfens ( contact angle system OCA20/ dataphysics) gemessen. Die Messung der Kontaktwinkel erfolgte auf Glas und auf einer hydrophilen Kontaktlinse als Modell für die Augenoberfläche.
Ergebnisse
Der überwiegende Teil der vermessenen Präparate zeigte bis auf wenige Ausnahmen ( 2 Präparate < 10 mPa *s, 7 Präparate 100-300 mPa *s, 4 Präparate 3500-4000 mPa *s, 1 Präparat  41000 mPa *s) eine dynamische Viskosität im mittleren Bereich (70 mPa *s ). Bei der Analyse der Kontaktwinkel waren zwischen den Präparaten und im Verhalten auf Glas bzw. Kontaktlinse deutliche Unterschiede zu sehen.
Schlussfolgerungen
Bei der Anwendung von Tränenersatzmitteln wird aktuell das Hauptaugenmerk auf die dynamischen Viskositäten gelegt. Neben der Viskosität spielt jedoch auch noch die Benetzungsfähigkeit und Filmstabilität unter Scherbeanspruchung eine wesentliche Rolle. Beide Parameter sind jedoch nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern im Hinblick auf die biologische Funktionalität in der Wechselwirkung mit der Augenoberfläche immer im Kontext. Diese Parameter unterscheiden sich deutlich bei den untersuchten Präparaten und beeinflussen die Wirkung des Tränenersatzmittels – unter Berücksichtigung des jeweiligen Patientenstatus.

 
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