DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
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Abstract

SA.20.01

Der Effekt von Langzeitlagerung auf die biologischen und histologischen Eigenschaften kryokonservierter Amnionmembran

Henning Thomasen1, Mikk Pauklin1, Bernhard Nölle2, Gerd Geerling3, Jan Vetter4, Klaus-Peter Steuhl5, Daniel Meller6
1Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen; 2Klinik für Ophthalmologie, Campus Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel; 3Universitäts-Augenklinik Würzburg; 4Universitäts-Augenklinik Mainz; 5Vorderer Augenabschnitt, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen; 6Hornhautlabor, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen

Hintergrund
Kryokonservierte Amnionmembran (kryo-AM) wird aufgrund ihrer anti-angiogenischen, antiinflammatorischen und wundheilungsfördernden Eigenschaften seit Jahren erfolgreich in der Ophthalmologie eingesetzt. Eine gängige Methode der Kryokonservierung ist die Lagerung in 50% Glycerin bei -80°C. Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen welchen Einfluss die Lagerungszeit auf die Sterilität sowie die histologischen und biologischen Eigenschaften des Gewebes hat.
Methode
AM von verschiedenen Spendern wurde in Kulturmedium mit 50% Glycerin kryokonserviert und für vier Monate, 14 Monate und 24 Monate bei -80°C gelagert. Proben des Gewebes und des Kulturmediums wurden einer Sterilkontrolle auf aerobe und anaerobe Bakterien sowie Sporenpilze unterzogen. Abschnitte des Gewebes wurden bei 37°C in Kulturmedium (0,5ml/cm2) inkubiert. Das Medium wurde nach 1, 2 und 3 Tagen gewechselt. Die von der AM in das Medium abgegebene Menge an den löslichen Proteinen wurde mittels TCA-Präzipitation isoliert und das Vorhandensein der Proteine TIMP-1, TGF-b1, CTGF und IL-1ra wurde mittels Western Blot detektiert. Die Verteilung der Basalmembrankomponenten Collagen IV, Collagen VII, Laminin, Laminin 5 und Fibronectin wurde immunohistochemisch in Kryoschnitten des Gewebes untersucht.
Ergebnisse
In keiner der untersuchten Proben konnten mikrobielle Kontaminationen durch Bakterien und/oder Sporenpilze nachgewiesen werden. Die Untersuchten löslichen Proteine TIMP-1, CTGF und IL-1ra konnten in allen Proben des konditionierten Mediums nach 1 Tag Inkubationszeit nachgewiesen werden, TGF-b1 fand sich nur in einigen Proben. Das Western Blot Signal wurde mit steigender Inkubationszeit schwächer. Die Basalmembran aller untersuchten Proben enthielten Collagen IV, Collagen VII, Laminin, Laminin 5 und Fibronectin, die Verteilung der Proteine war in den jeweiligen Proben identisch.
Schlussfolgerungen
Die Lagerungsdauer von AM in 50% Kryomedium bei -80°C führt nicht zu einer Beeinträchtigung der Sterilität oder der histologischen oder biologischen Eigenschaften.

 
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