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Abstract

SA.20.02

Langzeitergebnisse der Amnionmembrantransplantation zur Behandlung von Verätzungen in der Akutphase

Emre Türkeli1, Henrike Westekemper1, Nina Niederdräing1, Thomas Fuchsluger1, Klaus-Peter Steuhl1, Francisco Fiqueiredo2, Daniel Meller1
1Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen; 2Royal Victoria Infirmary, Newcastle upon Tyne, UK

Hintergrund:
Die Amnionmembrantransplantation (AMT) wird zur Behandlung akuter Verätzungen eingesetzt. Wir analysierten retrospektiv das morphologische und funktionelle Ergebnis bei Patienten, die nach einer  Verätzung eine AMT erhielten.
Methoden:
86 Augen von 62 Patienten im Alter von 37.6 ± 11.5 Jahren wurden in diese Studie aufgenommen. Während 11 Augen eine Verätzung mit einem sauren Agens erlitten, handelte es sich bei allen anderen um Laugenverätzungen. 24 Patienten wiesen eine bilaterale Verätzung auf, 17 erhielten eine bilaterale Amnionmembran (AM). Bei 49 Augen (57.0%) wurde die AM innerhalb der ersten 6 auf das Ereignis folgenden Tage transplantiert. Retrospektiv analysierten wir das funktionale und anatomische Ergebnis nach Verätzung und korrelierten dieses mit dem Grad der Verätzung sowie mit der Akutbehandlung.
Ergebnisse:
Der Nachbeobachtungszeitraum betrug im Mittel 31.4 (min. 0.1, max. 117.3, Median 17.5) Monate. Der Dua-Klassifikation für Verätzungen der Augenoberfläche zufolge zeigten 29 Augen (33.7%) eine Verätzung der Grade I-III, 12 (14.0%) vom Grad IV und 45 Augen (52.3%) wurden als Grad V-VI klassifiziert. 28 Augen (32.5%) erforderten eine Re-Operation mit einer weiteren AMT aufgrund eines persistierenden Epitheldefekts. Insgesamt erreichten 35 Augen (40.7%) einen finalen Visus von 0.63 (dezimal; LogMAR: 0.2) oder besser. Eine komplette limbale Stammzellinsuffizienz von 360° trat bei 33 Augen (38.4%) auf, wohingegen sich eine partielle limbale Stammzellinsuffizienz bei 24 Augen (28%) zeigte.
Schlussfolgerungen:
Die AMT ist ein effektives Instrument bei der Behandlung akuter Verätzungen, um die Integrität der Augenoberfläche wiederherzustellen. Die Prognose verschlechtert sich mit steigendem Schweregrad der Verletzung. Bei Verätzungen der Grade V und VI kann sie jedoch die Ausbildung einer limbalen Stammzellinsuffizienz nicht verhindern.

 
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