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Abstract

SA.20.03

Overlay-Amnionmembran und phototherapeutische Keratektomie bei hereditärer gelatinöser tropfenartiger Hornhautdystrophie

Julia Promesberger, Constantin Uhlig, Holger Busse
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster

Hintergrund
Die gelatinöse tropfenartige Hornhautdystrophie (GDLD) imponiert klinisch durch eine progrediente, meist zentral beginnende, tropfenähnliche subepitheliale Hornhauttrübung, verursacht durch Amyloidmassen, sowie Fremdkörpergefühl, Photophobie, Epiphora und Blepharospasmus. Ursächlich wird der GLDL eine Limbusinsuffizienz zugeschrieben. Eine dauerhaft wirksame Therapie ist nicht bekannt.
Eine 17-jährige Patientin stellte sich mit GDLD vor. Therapeutisches Ziel war die Minderung der beklagten Beschwerden.
Methode
Zwecks Hornhautapplanierung erfolgte eine phototherapeutische Keratektomie (ESIRIS Excimer-Lasersystem, Schwind Eye-tech-solution, Kleinostheim, 10 µm Ablationstiefe, 8,0 mm optische Zone, 18 s Behandlungsdauer). Zusätzlich wurden zwei kryokonservierte Overlay-Amnionmembranen mittels Nahtverfahren (Nylon 10.0, fortlaufend) episkleral befestigt, so dass die gesamte Hornhaut und Limbusregion bedeckt waren. Konservativ wurde mit topischen Augentropfen behandelt (Ofloxacin 4x, Diclofenac-Natrium 4x). Untersuchungsparameter waren Visus (Snellen-Optotypen, 5 m Distanz), subjektive Beschwerdesymptomatik und Lidstellung vor und nach Behandlung.
Ergebnisse
Der Visus vor Behandlung betrug 1/20. Es bestanden eine erhebliche subjektive Photophobie und Blepharospasmus sowie ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl. Erste Beschwerdelinderung stellte sich 3 Tage nach Therapie dar. Beschwerdefreiheit und regelrechte Lidstellung wurde 4 Wochen nach Therapiebeginn erreicht und über 21 Monate aufrechterhalten. Der therapeutisch applanierte Hornhautbereich trübte nach Ablauf von 6 Monaten zunehmend ein. Der Visus betrug 3 Monate nach Therapie 0,3 und 6 Monate später 1/20. Eine perforierende Keratoplastik erfolgte nach 43 Monaten.
Schlussfolgerungen

Lamelläre oder perforierende Keratoplastik sind bei GDLD nur temporär funktionell und subjektiv hilfreich. Ihre Erstdurchführung ist daher insbesondere bei jüngern Patienten kritisch zu diskutieren. In dem hier geschilderten Fall lagen bereits bei Therapiebeginn ausgeprägte tropfenähnliche Hornhautvorwölbungen vor, die uns zur Applanierung der Hornhaut mittels Excimer-Laser veranlasste. Die erreichte zeitliche Beschwerdefreiheit war ähnlich Fallberichten nach Keratoplastiken, weshalb wir vermuten, dass die Overlay-Amnionmembrantransplantation ggf. mit superfizieller Keratektomie temporär hilfreich ist und einen Zeitgewinn vor elektiver ggf. HLA-typisierter Keratoplastik erbringen kann.
 
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