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Abstract
SA.20.05
Gore-Tex®-Patches zur passageren Deckung kornealer Defekte
Johannes Eisenack, Florian Rüfer, Gundolf Westphal, Jost Hillenkamp, Johann Roider, Bernhard Nölle
Klinik für Ophthalmologie, Campus Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
Hintergrund
Für die chirurgische Defektdeckung akuter kornealer Ulzerationen stehen zur Verfügung: Perforierende oder lamelläre Keratoplastik, Amnionmembrantransplantation, Kontaktlinsenversorgung und Bindehautdeckung. Allogenes biologisches Gewebe kann schnell abgestoßen werden und den afferenten immunologischen Schenkel weiter stimulieren. Hier hat nicht- immunogenes Gewebe Vorteile, es kann gleichzeitig mechanisch einen Oberflächendefekt der Hornhaut stabilisieren kann. Wir berichten über den Einsatz von Gore-Tex®-Patches bei kornealen Ulzerationen.
Methode
Zwischen Januar 2000 und Dezember 2008 wurden 38 konsekutive Patienten 41 mal mit Gore-Tex®-Patches (Polytetrafluorethen) versorgt. In 11 Fällen (27 %) war das Hornhautulkus perforiert. 14 mal (34 %) lag eine Descemetozele vor. 15 mal (37 %) waren oberflächliche Defekte der Grund für die Operation. Bei 15 Patienten (37%) war bereits eine Hornhauttransplantation vorausgegangen, bei 4 Patienten (10%) eine Amnionmembrantransplantation. In 23 Fällen (56%) erfolgte die Gore-Tex®-Patch-Aufnähung als primäre Versorgung.
Ergebnisse
Das Ziel, den Bulbus langfristig zu erhalten, konnte in 40 Fällen (98%) erreicht werden. Ein primär dichter Wundverschluss war in 39 Fällen (95%) möglich. Peri- oder postoperative Infektionen traten nicht auf. Chirurgische Revisionen in Form von Fadennachlegungen oder Erweiterungen des Eingriffes waren in 12 Fällen (29%) erforderlich.
Schlussfolgerungen
Die Aufnähung von Gore-Tex®-Patches zur Versorgung kornealer Ulzerationen ist operationstechnisch in der Regel möglich. Ein Nachteil der Operation ist ihr passagerer Effekt. Folgeingriffe zur visuellen Rehabilitation sind in der Regel notwendig, da ein nicht-transparentes Gewebe implantiert wird. Problematisch ist der fehlende Epithelschluss über dem Patch. Bei der Operation können Gewebeproben entnommen werden. In der Regel ist der Eingriff in lokaler Anästhesie möglich, so dass Zeit für eine allgemein-medizinische Optimierung der Patienten für einen elektiven Eingriff in Allgemein-Narkose gewonnen wird. Die Vorteile der Methode beruhen im Zeitgewinn für eine effektive systemische und lokale Immunsuppression. Eine elektive Keratoplastik mit HLA-Matching und hochwertigem Spendergewebe kann in Ruhe ausgesucht werden. |
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