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Abstract

SA.21.04

Spectral-Domain OCT Bildgebung des posterioren Glaskörpers und des vitreoretinalen Interfaces

Hans-Martin Helb1, Peter Charbel Issa1, Nicole Eter1, Carsten H. Meyer1, Frank G. Holz2
1Universitäts-Augenklinik Bonn; 2GRADE Reading Center, Universitäts-Augenklinik Bonn

Hintergrund
Mittels hochauflösender Spectral-Domain Optischer Kohärenztomographie untersuchten wir die physiologische und pathologische Mikroarchitektur des posterioren Glaskörpers und des vitreoretinalen Interfaces.
Methode
1237 Augen mit unterschiedlichen retinalen Erkrankungen wurden mit simultan durchgeführter konfokaler Scanning Laser Ophthalmoskopie (cSLO) und Spectral-Domain Optischer Kohärenztomographie (SD-OCT, 870 nm, 40.000 A-scans/sec) in einem kombinierten Instrument (Spectralis HRA+OCT, Heidelberg Engineering, Heidelberg, Deutschland) untersucht. Hierbei wurden die SD-OCT Scans im Bezug auf die morphologischen Veränderungen im posterioren Glaskörper und in den präretinalen Strukturen retrospektiv analysiert. Helligkeit und Kontrast der aufgenommenen SC-OCT Scans wurden angepasst. Die Darstellung des posterioren Glaskörpers war in einem Areal von 30°x 30° mit einer Tiefe von bis zu 1.5mm möglich.
Ergebnisse
Ein vertikaler und horizontaler SD-OCT Scan durch die Fovea war bei allen untersuchten Augen verfügbar. Bei 1086 Augen (87,8%) konnte der posteriore Glaskörper abgegrenzt werden. Die Mehrheit der Patienten (75,6%) ohne hintere Glaskörperabhebung zeigte eine klar abgrenzbares, schüsselförmiges, hyporeflektives Areal in der prämakulären Region, das mit der von Worst beschriebenen „Bursa prämakularis“ übereinstimmen könnte (J.G.F. Worst, Documenta Ophthalmologica Proceeding Series, pp.275-279, 1976). Die Ausdehnung dieser Struktur zeigte eine hohe Variabilität und konnte oft nicht vollständig in anteriorer und lateraler Richtung erfasst werden. Eine Visualisierung im simultan aufgenommenen cSLO-Bild war nicht möglich.
Bei den meisten Patienten mit – zumindest teilweiser – hinterer Glaskörperabhebung oder vitreoretinaler Traktion ließ sich die hintere Glaskörpergrenzmembran als vor den retinalen Schichten gelegene hyperreflektive Bande abgrenzen.
Schlussfolgerungen
Die simultane cSLO- und SD-OCT-Bildgebung ermöglicht eine beispiellose in-vivo-Darstellung von Details der Glaskörpermorphologie. Die neue Technologie erlaubt nicht nur eine in-vivo-Darstellung des vitreoretinalen Interfaces und der hinteren Glaskörpergrenzmembran, sondern gewährleistet erstmals eine hochauflösende in-vivo-Darstellung struktureller Veränderungen im hinteren Glaskörperraum und kann somit zum besseren Verständnis der Pathophysiologie und des natürlichen Verlaufs vitreoretinaler Erkrankungen beitragen.

 
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