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Abstract
SA.23.04
Grading bei altersbedingter Makuladegeneration – Fundusphotographie versus Angiographie versus SDOCT
Sandra Liakopoulos1, Tina Ristau1, N. F. Mokwa1, P. A. Keane2, Srinivas R. Sadda2, Bernd Kirchhof1
1Cologne Image Reading Center (CIRCL), Augenklinik der Universität zu Köln; 2Doheny Image Reading Center (DIRC), Doheny Eye Institute, Los Angeles, CA
Ziel: Goldstandard für das Grading bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) ist die Fundusfotographie. Die Fluoreszein Angiographie (FA) und die optische Kohärenztomographie (OCT) werden in klinischen Studien zunehmend für das Grading und zur Verlaufskontrolle bei AMD eingesetzt. Die Sensitivität und Spezifität der unterschiedlichen Verfahren für die Identifikation verschiedener pathologischer Veränderungen bei AMD wurden untersucht.
Methode: In diese retrospektive Studie eingeschlossen wurden 120 Augen mit Früh- oder Spätstadien einer AMD oder ohne Anzeichen einer AMD. Die Kontrollaugen durften andere chorioretinale Veränderungen aufweisen. Von allen Augen wurden Fundusfotos, FAs (Spectralis) und Spectral Domain OCT-Volumenscans (Spectralis, 37 parallele B-Scans, 20°x15°, ART Modus mit 20 überlagerten Scans) exportiert. Alle Bilder wurden von zwei zertifizierten Reading Center Gradern unabhängig voneinander und verblindet gegenüber den anderen bildgebenden Befunden ausgewertet. Pathologische Veränderungen wie Drusen, eine Atrophie des retinalen Pigmentepithels, oder Zeichen einer aktiven oder vernarbten choroidalen Neovaskularisation (CNV) wurden erfasst. Die Augen wurden in fünf Stadien unterteilt: 1- keine AMD, 2- frühe AMD, 3- intermediäre AMD, 4- geographische Atrophie, 5- neovaskuläre AMD. Ein Befund galt als vorhanden, wenn er mit mindestens einem bildgebenden Verfahren zu erkennen war. Die Sensitivität und Spezifität der Instrumente für die Identifizierung der verschiedenen Befunde wurden ermittelt.
Ergebnisse: Die Fundusfotographie zeigte unter allen drei Instrumenten die höchste Sensitivität für die Diagnose einer AMD anhand von Drusen und Alterationen des retinalen Pigmentepithels, jedoch die niedrigste Sensitivität für die Identifikation einer CNV. Diese wurde hingegen in allen Fällen mithilfe der FA und des OCT erkannt. Die beiden Instrumente zeigten jedoch Unterschiede in der Beurteilung der Aktivität der CNV. Ursache hierfür könnte sein, dass es sich um komplementäre Verfahren handelt, die eine unterschiedliche Information über die chorioretinale Pathologie liefern. Während die FA die Verteilung des Fluoresceins über die Zeit darstellt, liefert die OCT eine detaillierte Darstellung der retinalen Schichten. Eine kleine Pathologie kann zudem mit dem OCT übersehen werden, wenn sie von keinem der Scans angeschnitten wird.
Schlussfolgerungen: Die Fundusfotographie konnte als Goldstandard für die Diagnose einer AMD bestätigt werden. FA und OCT ermöglichten jedoch in vielen Fällen die Identifikation einer CNV, welche auf der Fundusfotographie nicht erkannt werden konnte. Im Gegensatz zur Angiographie ist die OCT nicht invasiv und kann somit ethisch bedenkenlos auch bei Kontrollpatienten verwendet werden. Weitere Studien sind erforderlich, um die Rolle der OCT neben der FA und der Fundusfotographie für das grading und staging der AMD in klinischen Studien zu definieren und die klinische Relevanz der Befunde zu validieren. |
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