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Abstract
SO.01.02
Intravitreale Therapie bei Retinopathia praematurorum
Volker Seiberth
Marienhospital Osnabrück GmbH, Klinik für Augenheilkunde
Ziel: Der klinische Einsatz von VEGF-Blockern hat die Therapie proliferativer retinaler Erkrankungen revolutioniert. Bei der feuchten altersbezogenen Makuladegeneration sind VEGF-Blocker rasch zur Standardtherapie aufgestiegen. Bei der Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM) ist derzeit die Laserkoagulation der therapeutische Goldstandard. Aber auch hier wird nach intravitrealer Gabe von VEGF-Blockern über bemerkenswerte Erfolge sowohl im Stadium 3 wie auch im Stadium 4 der RPM (Internationale Klassifikation, ICROP) berichtet.
Methode: Die Anwendung erfolgt als Monotherapie oder in Kombination mit Laser durch eine zumeist einmalige intravitreale Gabe. Bevacizumab (Avastin®) hat bei der Anwendung bei Frühgeborenen unter den zur Zeit zur Verfügung stehenden VEGF-Blockern zumindest theoretisch Vorteile und ist daher das gebräuchliche Pharmakon.
Ergebnisse: Nach der intravitrealen VEGF-Blocker-Applikation ist erstaunlicherweise die physiologische retinale Vaskularisation nicht beeinträchtigt, während die pathologischen Gefäßproliferationen der RPM sich zurückbilden. Da die Netzhaut so bis zur Ora serrata vaskularisiert wird, sind Gesichtsfeldausfälle, wie sie nach Lasertherapie unvermeidlich auftreten, unwahrscheinlich.
Schlussfolgerungen: Die VEGF-Blocker Anwendung bei der RPM ist zur Zeit eine Off-label-Therapie mit allen sich daraus ergebenden, möglicherweise schwerwiegenden Problemen. Zudem fehlen Langzeitergebnisse. Systemische Nebenwirkungen wurden trotz vielfältiger Bedenken bisher nicht beobachtet. Vergleichende kontrollierte klinische Studien sind im Gange. Möglicherweise beginnt mit der Anwendung von VEGF-Blockern auch für die RPM-Therapie eine neue Ära. |
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