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Abstract
SO.07.03
Die Behandlung des konjunktivalen Melanoms Brachytherapie mit Ruthenium-106 Applikatoren
Michael Freistühler1, Henrike Westekemper2, Harun Akgül1, Theodora Gkika1, Mete Gök1, Dirk Flühs3, Wolfgang Sauerwein3, Klaus-Peter Steuhl2, Norbert Bornfeld1
1Abt. für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, 2Abt. für Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes, Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, 3Strahlenklinik, Universität Duisburg-Essen, Essen
Hintergrund
Beobachtung des Krankheitsverlaufes von Patienten mit einem konjunktivalen Melanom die mit einer primären Brachytherapie mit Ruthenium-106 Applikatoren behandelt wurden. Fokussierung auf die Rezidivrate und die radiogenen Sekundärkomplikationen.
Methode
Retrospektive Datenerhebung bei 59 Patienten, die nach Sicherung eines konjunktivalen Melanoms mit einer primären Brachytherapie mit Ruthenium-106 Applikatoren behandelt wurden. Es wurde unterschieden zwischen Patienten mit unifokaler und multifokaler Tumorlokalisation. Zusätzlich wurde differenziert zwischen Patienten die unmittelbar nach histopathologischer Befundsicherung mit Brachytherapie behandelt wurden und solchen, bei denen eine Brachytherapie nach exzisionaler Biopsie nur bei lokalem Tumorrezidiv oder unvollständiger Tumorresektion durchgeführt wurde. Die Analyse des Therapieverlaufes fokussierte auf die Rezidivhäufigkeit, das Zeitintervall zwischen Primärtherapie und gesichertem Rezidiv und die Notwendigkeit weiterer tumordestruktiver Maßnahmen. Parameter wie Infiltrationstiefe, histologischer Differenzierungstyp und Pigmentierung des Tumors wurden ebenfalls untersucht um einen möglichen Einfluss auf den Erfolg der primären Brachytherapie zu identifizieren.
Ergebnisse
Von 59 Augen hatten nur 4 Augen (6,8%) ein multifokales Wachstum. Bei 16 Augen (27,1%) erfolgte die Brachytherapie bei nachgewiesener unvollständiger Tumorresektion, bei 7 Augen (11,9%) nach Auftreten eines gesicherten lokalen Tumorrezidives. Insgesamt rezidivierte das Bindehautmelanom in 9 Fällen (15,3%) auch nach erfolgter Brachytherapie, in 5 Fällen (8,5%) sogar mehrfach. Das Rezidiv trat im Mittel etwa 28,3 Monate nach Brachytherapie auf. Bei 3 Patienten (5,1%) war eine Exenteratio bulbi notwendig. Sowohl pigmentierte als auch amelanotische Bindehautmelanome zeigten bzgl. der Rezidivhäufigkeit keinen signifikanten Unterschied.
Schlussfolgerungen
Die Behandlung des konjunktivalen Melanoms wird kompliziert durch das oft vorhandene diffuse Tumorwachstum und die Schwierigkeiten eine R0-Resektion zu erzielen. Selbst bei günstiger Tumorlokalisation ist die Rezidivhäufigkeit hoch. Die Brachytherapie wird beim konjunktivalen Melanom überwiegend bei unifokaler Tumorlokalisation eingesetzt und ist das Verfahren mit der niedrigsten Rezidivquote. Im Hinblick auf die kosmetisch entstellende Exenteratio bulbi sind radiogene Komplikationen akzeptabel. |
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