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Abstract
SO.07.04
Metastasierungsmuster des malignen Melanoms der Bindehaut
Lothar Krause1, Anta Mladenowa2, Michael H. Foerster2
1Augenklinik, Städtisches Klinikum Dessau, Dessau, 2Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Hintergrund
Das Bindehautmelanom(BHMM) ist eine seltene potentiell letale Neoplasie. Die Inzidenz ist 0,2-0,8 auf 1Million Einwohner in Westeuropa, ohne dass es eine Geschlechtsprädilektion gibt. Die durchschnittliche Überlebensrate ist 70% in 10 Jahren. Metastasen können lymphogen, hämatogen oder als Abklatschmetastasen auftreten. Eine Besonderheit ist die Metastasierung entlang der ableitenden Tränenwege.
Methode
Wir analysierten retrospektiv die Daten von 57 Patienten im Beobachtungszeitraum 1991–2007. Das durchschnittliche Alter betrug 61 Jahre (28-86 J.). Etwas über der Hälfte der Patienten waren Männer (n=30). Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 83 Monate.
Jeder Patient wurde exzisional biopsiert und analysiert nach den klinischen Variablen Alter ,Geschlecht (m,w), Auge (OD,OS), medizinische Vorgeschichte (PAM, Nävus, andere oculäre Neoplasien), Auftreten von Rezidiven (Lokalisation und Datum) bzw. Metastasen. Die Therapiemodalitäten umfassten lokale Exzision, Kryokoagulation sowie adjuvante Therapien wie Mytomicin C, Strontium - bzw. Rutheniumapplikator, Röntgenoberflächenbestrahlung oder Protonentherapie.
Ergebnisse
Bei 32 (56%) Patienten kam es im Beobachtungszeitraum zu keinem Rezidiv. Bei 12(21%) Patienten kam es zu einem Rezidiv. Bei 13(22%) Patienten kam es zu einem Rezidiv mit einer unterschiedlichen Lokalisation.10(17%)Patienten hatten im Laufe der Erkrankung Metastasen. Bei 5(8%) Patienten konnten in den regionalen Halslymhknoten Metastasen klinisch festgestellt werden. Bei den anderen 5(8%) Patienten kam es ohne einen primären klinischen Nachweis von Metastasen in den regionalen Lymphknoten zu Metastasen in anderen Organen. Bei 3(5%) Patienten kam es zu Metastasen in den Tränenwegen. Bei 2(4%) Patienten kam es zu Metastasen in der Gl. Parotitis. Bei 4(7%) kam es zu Metastasen in der Leber. Bei 3(5%) kam es zu einer Lungenbeteiligung. Nur bei einem Patienten (2%) kam es zu einer Metastasen in den Knochen.
Schlussfolgerungen
Das Auftreten von Metastasen übt einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensprognose aus. Die initiale Exzision in Kombination mit einer adjuvanten Brachy - bzw. Chemotherapie kann kurativ sein. Engmaschige Kontrollen im weiteren Verlauf sind unerlässlich um Rezidive zu erkennen.
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