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Abstract

SO.07.08

Behandlung eines okulären Non-Hodgkin-Lymphoms mit intravitrealem Methotrexat – ein Fallbericht

Eva Glaser, Christian Mayer, Claudia Zorn, Ines Lanzl, Chris Patrick Lohmann, Mathias Maier
Augenklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München

Hintergrund
Das okulozerebrale Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), das zu den primären Zentralnervensystem-NHL gehört, befällt primär Gehirn, Leptomeningen, Rückenmark und Auge. In mehr als 50 Prozent der Fälle des okulozerebralen NHL ist bei Erstmanifestation das Auge vor dem Zentralnervensystem betroffen. Daher kommt der Diagnosestellung durch den Ophthalmologen besondere Bedeutung zu.
Methode
In diesem Casusreport eines 71-jährigen Patienten erfolgt die Falldarstellung und der klinische Verlauf der Erkrankung "okulozerebrales NHL" von der Erstdiagnose bis zur interdisziplinären Therapie über einen Zeitraum von 20 Monaten (2007/09). Beschrieben wird insbesondere die kombinierte intravitreale und systemische chemotherapeutische Behandlung des Patienten.
Ergebnisse
Ein 71-jähriger Patient stellte sich mit progredienter, schmerzloser Visusminderung bds vor. Bei reizlosen vorderen Augenabschnitten mit Cataracta senilis zeigten sich ausgeprägte  Glaskörpertrübungen bei unauffälliger Netzhaut. Die diagnostische Vitrektomie zeigte eine unspezifische Entzündungsreaktion. Bei V.a. Uveitis erfolgte ein first-line-screening mit Bildgebung sowie die Einleitung einer antiphlogistischen Therapie bei positivem Borrelientiter und sonst unauffälliger Diagnostik. Bei Befundpersistenz konnte durch eine weitere diagnostische ppV inklusive Zytologie, PCR und FACS-Analyse sowie einer cMRT im Verlauf die Diagnose eines cerebralen NHL mit okulärer Beteiligung gestellt werden. Es folgte eine kombinierte intravitreale und systemische Chemotherapie mit Methotrexat und Triamcinolon sowie im Anschluss eine Radiatio des Schädels.
Schlussfolgerungen
Der dargestellte Fall macht deutlich, dass insbesondere bei einer therapieresistenten Uveitis an das sogenannte Maskeradesyndrom eines NHL gedacht werden muss. Okuläre Manifestationen können die ersten Hinweise auf ein NHL des ZNS oder ein systemisches NHL sein und den zentralnervösen Symptomen vorausgehen. Eine frühzeitige Diagnosestellung ist für die weitere Prognose von großer Bedeutung, insbesondere weil neuere Studienergebnisse und Therapieschemata komplette Remissionen von bis zu 70% zeigen.


 
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