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Abstract

SO.08.02

Klinischer Verlauf der okulären Symptome und Bulbusmotilität nach kombinierter intravenöser Methylprednisolon-Therapie und Retrobulbärbestrahlung bei Patienten mit Endokriner Orbitopathie

Ina Sterker1, Helmut Tegetmeyer1, Kirsten Papsdorf2, Dagmar Führer-Sakel3
1Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig; 2Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig; 3Medizinische Klinik und Poliklinik III/Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig

Hintergrund
Die Endokrine Orbitopathie ist eine den Patienten in ihrer mäßigen bis schweren Verlaufsform sowohl ästhetisch als auch in seinen täglichen Lebensaktivitäten erheblich beeinträchtigende Erkrankung. Dieintravenösen Therapie mit Methylprednisolon und der Retrobulbärbestrahlung, als etablierte Therapieoptionen zur Behandlung der mäßigen bis schweren und aktiven Endokrinen Orbitopathie, wurden hinsichtlich ihrer Effektivität auf die einzelnen okulären Symptome und die Bulbusmotilität untersucht.
Methode
In einer retrospektiven Patientenserie wurden 23 aufeinanderfolgende Patienten mit einer mäßigen bis schweren Endokrinen Orbitopathie (14 Frauen und 7 Männer) mit einer kombinierten  Retrobulbärbestrahlung (13 Gy) und intravenösen Therapie mit Methylprednisolon (500 mg pro Woche als einmalige Infusion über 6 Wochen und über weitere 6 Wochen 250 mg in gleicher Weise appliziert) behandelt. 
Ergebnisse
Der mittlere Aktivitätsgrad betrug vor Therapie im „Clinical Activity Score“ (CAS) 5,2 Punkte (s±0,9) und nahm statistisch signifikant auf 2,7 Punkte (s±1,1) im Nachbeobachtungszeitraum von 12 Monaten ab. Die Analyse der einzelnen okulären Symptome zeigte bei 6 Parametern des CAS eine signifikante Verbesserung. Die entzündlichen Parameter wie retrobulbäres Druckgefühl, Lid- und Karunkelrötung sowie Visus und Exophthalmus besserten sich statistisch signifikant innerhalb der ersten 3 Monate. Die Lidschwellung nahm 6 bis 12 Monate nach Therapiebeginn statistisch signifikant ab. Die Bulbusmotilität hingegen zeigte keine statistisch signifikante Verbesserung. Nach der Therapie waren 13 der 23 Patienten nicht fahrtauglich unter binokularen Bedingungen und eine zusätzliche strabismologische Therapie mit Prismen oder einer Augenmuskeloperation war erforderlich.
Schlussfolgerungen
Die kombinierte Behandlung der mäßigen bis schweren und aktiven Endokrinen Orbitopathie mit einer Retrobulbärbestrahlung und intravenöse Methylprednisolon-Therapie reduziert die entzündliche Symptome der Erkrankung in unterschiedlichem zeitlichen Verlauf. Zur Erzielung der Fahrtauglichkeit ist in vielen Fällen eine zusätzlich strabismologische Therapie erforderlich.


 
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