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Abstract

SO.08.03

Beidseitig persistierende erythematöse und ödematöse Lidschwellung

Julia Lamparter, Ulrike Kottler, Norbert Pfeiffer, Susanne Pitz
Universitäts-Augenklinik Mainz

Hintergrund
Beim Morbus Morbihan handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die sich durch persistierende erythematöse und ödematöse zentrofaziale Veränderungen, insbesondere im Bereich von Stirn, Glabella, Augenlidern, Nase und Wangen, auszeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Unterform der Rosazea, in deren Verlauf es zu einer fibrotischen Induration kommen kann. Charakteristisch für diese chronische Erkrankung sind das typische klinische Bild sowie das Fehlen spezifischer laborchemischer oder histologischer Befunde. Weiterhin besteht eine ausgeprägte Therapieresistenz.
Methode
Eine 53-jährigen Patientin stellte sich mit seit vier Jahren bestehender, das Gesichtsfeld deutlich beeinträchtigender, beidseitiger Lidschwellung und Lidrötung vor. Das typische klinische Bild sowie der Ausschluss diverser Differentialdiagnosen wie Myxödem, chronische Nieren- oder Herzinsuffizienz führten zur Diagnose des Morbus Morbihan. Eingeleitete Therapieversuche mit Doxycyclin, Metronidazol, Isoretinoin und Ketotifen brachten keine Besserung, sodass wir uns zur Durchführung einer beidseitigen Lidreduktionsplastik entschieden.
Ergebnisse
Drei Monate postoperativ zeigten sich ein deutlicher Rückgang der Gesichtsfelddefekte sowie eine kosmetische Besserung. Da die ödematöse Schwellung weiterhin persistiert, wird die Patientin derzeit mit zwei Mal täglich zu applizierender Steroidcreme behandelt. Weiterhin erhält sie drei Mal wöchentlich Lymphdrainage.
Schlussfolgerungen
Beim Morbus Morbihan handelt es sich um eine medikamentös schwer zu behandelnde Erkrankung. In unserem Fall konnte eine Lidreduktionsplastik sowohl eine kosmetische Besserung als auch Verbesserungen im Gesichtsfeld erzielen.

 


 
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