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Abstract

SO.08.05

Bewährte und neue klinisch-pathologische Konzepte bei orbitalen Erkrankungen – eine retrospektive Studie an 270 Patienten mit Orbitotomie

Leonard Holbach1, Ludwig M. Heindl1, Mansour Tarif1, Friedrich E. Kruse1, Arndt Hartmann2
1Universitäts-Augenklinik Erlangen, 2Pathologisches Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Ziel
Ziel dieser Studie ist, Spektrum und Häufigkeit von Biopsieergebnissen nach anteriorer und lateraler transossärer Orbitotomie bei 270 Patienten zu untersuchen.
Patienten und Methoden    
270 konsekutive Patienten mit Orbitotomie wurden untersucht. Symptome und Befunde wurden mit Differentialdiagnose, operativem Zugangsweg und histopathologischen Befunden korreliert. Diagnosen wurden nach neuen Richtlinien der WHO gestellt. Bei Patienten mit malignen Tumoren wurde das Staging mit Hilfe der neuen TNM-Klassifikation (2009) durchgeführt.
Ergebnisse   
Das mittlere Alter der Patienten (153 Frauen, 117 Männer) betrug zum Zeitpunkt der Operation 47 Jahre (1-88). Die Diagnose wurde durch inzisionale oder exzisionale Biopsie ermittelt. Lymphoide Tumoren (lymphoide Hyperplasie, Non-Hodgkin B-/T-Zell Lymphome) waren mit 22% am häufigsten, gefolgt von den vaskulären Tumoren (kapilläre/kavernöse Hämangiome, Lymphangiome, Hämangioperizytome) 17%, Dermoidzysten 10%, entzündlichen Prozessen (idiopathische orbitale Entzündung, Sarkoidose, Wegenersche Granulomatose, noduläre Fasziitis) 8%, Metastasen 7%, Tränendrüsentumoren (pleomorphe Adenome, Dakryops, adenoid-zystische Karzinome duktales Adenokarzinom, myoepitheliales Karzinom) 7%, Tumoren peripherer Nerven (Schwannome, Neurofibrome, Meningeome) 5%, mesenchymale Tumoren (solitäre fibröse Tumoren) 1%, myogene Tumoren (Rhabdomyosarkome) 1%, histiozytäre Tumoren (fibröse Histiozytome, Xanthogranulome, Langerhans’ Zell Histiozytose) 1%, knöcherne Tumoren (Osteome, fibröse Dysplasie, Chondromyxoidfibrom) 1% und andere (Granulome u.a.) 10%.
Schlussfolgerungen
Die WHO-Richtlinien sind hilfreich für eine aktuelle und standardisierte  Einordnung orbitaler Erkrankungen. Das trifft insbesondere zu für neu definierte Entitäten, wie in der vorliegenden Studie beschrieben (z.B. knöchernes Chondromyxoidfibrom der Orbita, myoepitheliales Tränendrüsenkarzinom oder T-Zell-Lymphome). Ebenso ist die Anwendung der neuen TNM-Klassifikation (2009) grundlegend für ein einheitliches Staging von Patienten mit orbitalen Malignomen. Beides ist von praktischer Bedeutung für den Vergleich von Studienergebnissen und die Durchführung von Multicenter-Studien.

 
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