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Abstract

SO.08.06

Effekt einer Früh-Thyroidektomie auf den Verlauf der Endokrinen Orbitopathie (EO)

Melissa Thanos1, Kristian T. M. Johnson1, Martin K. Walz2, Klaus Mann3, Klaus-Peter Steuhl1, Joachim Esser1, Anja K. Eckstein1
1Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, 2Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, 3Klinik für Endokrinologie, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Essen, Essen

Hintergrund
Untersuchung des Einflusses einer frühen Thyroidektomie auf den Verlauf der Endokrinen Orbitopathie (EO) im Vergleich zur konventionellen thyreostatischen Therapie.
Methode
Zwei Kohorten EO-Patienten wurden retrospektiv untersucht. Eine Gruppe erhielt eine frühe Thyroidektomie 6±2 Monate nach Beginn der thyreostatischen Therapie (Tx Gruppe). Als Kontrollgruppe dienten Patienten, bei denen die konservative thyreostatische Therapie für weitere 6 Monate fortgesetzt (ATD Gruppe - Standardtherapie) wurde, die aber später (innerhalb von 30 Monaten) im Verlauf alle ein Rezidiv der Schilddrüsenüberfunktion entwickelten. Die EO wurde zu Untersuchungsbeginn und nach 6 Monaten evaluiert (Clinical Activity Score (CAS), Schweregrad (NOSPECS score), TSH-Rezeptor-Antikörper = TRAKs, Inaktivierungsrate, benötigte  antiinflammatorische Therapie).
Ergebnisse
Zu Beobachtungsbeginn war der Schweregrad der EO in beiden Gruppen annähernd gleich (NOSPECS Score: 6 (Tx) versus 7 (ATD) [p=0.72]). Allerdings waren die Aktivität und die TRAK Spiegel in der Tx Gruppe höher als in der ATD Gruppe (CAS score 6 (Tx) versus 4 (ATD) [p=0.02] und TRAK6 19.5 IU/l (Tx) versus 9.3 IU/l (ATD) [p=0.06]). Alter, Geschlecht, Rauchverhalten und  vorangegangene antiiflammatorische Therapie waren identisch. Nach 6 Monaten  hatten Patienten beider Gruppen vergleichbare Mengen an Steroiden/Bestrahlung erhalten: Alle Patienten (100%) hatten eine Steroidstoßtherapie erhalten und 75% (Tx Gruppe) bzw. 72% (ATD Gruppe) eine Orbitabestrahlung. Der Schweregrad der EO hatte in beiden Gruppen in gleichem Ausmaß abgenommen (NOSPECS Score: 5 (Tx) versus 6 (ATD). Jedoch war die Inaktivierungsrate der EO bei Patienten nach früher Thyroidektomie höher (87.5%) als in der Gruppe mit konventioneller Therapie (66.7%)[p=0.1].
Schlussfolgerungen
Die Residual-Symptomatik 6 Monate nach früher Thyroidektomie unterscheidet sich nicht wesentlich von der in der Kontrollgruppe, die weiterhin konservativ mit Thyreostatika behandelt worden ist. Jedoch ist die Inaktivierungsrate der EO höher nach einer frühen Thyroidektomie - obwohl die Aktivität initial in dieser Gruppe höher war. Dies ermöglicht eine frühere rehabilitative, ophthalmochirurgische Therapie bei Patienten nach früher Thyroidektomie, was zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität führen kann.

 
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