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Abstract
SO.09.07
Nanofunktionale Hydrogele zur lokalen Anwendung auf der Netzhaut: Retina Patch
Karin Kobuch1, Mathias Maier1, Nikolaus Feucht1, A. Wolfstein2, D. Streufert2, L. Kroehne3, Chris P. Lohmann1
1Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München; 2Acri.Tec GmbH, Carl Zeiss Meditec Company, Hennigsdorf; 3Capsulution NanoScience AG, Berlin
Hintergrund
Zur lokalen Behandlung von Netzhautrissen und retinalen Erkrankungen soll ein multifunktionaler Retian-Patch entwickelt werden, der aus einer mit Medikamenten beladenen Hydrogel-Matrix besteht. Mit dem Patch soll ein sofortiger Verschluss eines Netzhautrisses erreicht werden, die zelluläre Immigration und Proliferation in den Glaskörperraum verhindert werden und eine längerfristige lokale Medikamentenfreisetzung ermöglicht werden.
Methode
Verschiedene Biopolymere (Alginate, Chitosan, Hyaluronsäuren) wurden in vitro auf retinalen Zellen und auf porkiner Netzhaut in einem Perfusionskultur-System untersucht bezüglich ihrer Biokompatibilität, Netzhautadhäsion und Eignung für die chirurgische Implantation. Die Biodegradation des Gels wurde in vitro bestimmt als Gewichtsverlust nach Inkubation in Glaskörper über 3 Wochen oder in BSS über 6 Monate. Triamcinolonacetonid (TAAC) wurde als Medikament für die Freisetzung aus dem Gel ausgewählt. Verschiedene Techniken zur Inkorporation von TAAC in das Gel wurden evaluiert bezüglich einer homogenen Verteilung und verzögerten Freisetzung von TAAC.
Ergebnisse
Ein Gel aus quervernetzter Hyaluronsäure mit einem definierten Anteil an Quervernetzer zeigte eine ausgezeichnete Biokompatibilität auf retinalen Zellen und retinalem Gewebe, spontane Adhäsion auf der Netzhaut unter Luft oder BSS und geeignete mechanische Eigenschaften für die Implantation mit einem Injektorsystem. Die Degradation des Geles in Glaskörper oder BSS war gering. TAAC enthaltende Mikropartikel mit einer verzögerten Freisetzungskinetik über 16 Tage konnten hergestellt werden. Eine Methode zur Inkorporation von bis zu 12% w/w TAAC in die Gel-Matrix wurde etabliert. Eine chirurgische Technik für die Implantation des Gel-Patches wurde ex vivo in Schweineaugen entwickelt. In-vivo-Implantationen in Kaninchenaugen sind vorbereitet.
Schlussfolgerungen
Die grundlegenden Schritte für die Entwicklung eines Retina-Patch mit lokaler Wirkstofffreigabe konnten etabliert werden und zeigen die prinzipielle Möglichkeit für eine lokale Behandlung retinaler Erkrankungen mit einem derartigen System. |
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