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Abstract
SO.10.08
Umbruchphase bei der diabetischen Retinopathie – neue Aspekte in Diagnostik und Therapie
Georg Spital, Daniel Pauleikhoff
Augenabteilung am St. Franziskus-Hospital, Münster
Hintergrund
Seit Etablierung der Lasertherapie (`DRS`/`ETDRS`) der Diabetischen Retinopathie (DR) blieben daran orientierte Klassifikation, Diagnostik und Therapiekriterien über Jahrzehnte nahezu unverändert. Aktuelle pathogenetische Erkenntnisse, epidemiologische Daten, wie internistische und ophthalmologische Therapiestudien bieten nun neue Ansatzpunkte für interdisziplinäre Präventions-/Therapiestrategien, sowie den Einsatz neuer diagnostischer (OCT) und therapeutischer Techniken, z.B. intravitreale VEGF-Antagonisierung (VEGF-A) und Kortikoidinjektion. Aus Analyse aktueller Studiendaten sollen Trends und Handlungsrichtlinien in dieser Umbruchphase abgeleitet und an Fallbeispielen demonstriert werden.
Methode
Zusammenfassende Analyse der aktuellen Studiendaten zu Risikofaktoren, Prävention und Wirkung neuer internistischer, wie ophthalmologischer Therapieformen auf Entstehung und Verlauf der DR. Ableitung möglicher Änderungen und sinnvoller Ergänzungen zum bisherigen Konzept der Diagnostik und Therapie der DR. Demonstration des Vorgehens an praktischen Fallbeispielen.
Ergebnisse
Diabetologische Therapiestudien (u.a. `DIRECT`, `FIELD`, `EDIC`, `ACCORD`, `ADVANCE`) erweitern aktuell das Verständnis für Möglichkeiten und Notwendigkeit effektiverer Primär- und Sekundärprävention der DR. Empfehlungen für Zielwerte (HbA1c,RR,Lipide) wie Therapeutika (AT1Blocker,Fibrate) sind im Wandel. Andererseits belegen kontrollierte Studien zu VEGF-A (u.a.`Resolve`) signif. Visusgewinn bei diab. Makulaödem, wobei Hinweise auf limitierte Wirkdauer, wie bei intravitrealer Kortikoidgabe, (i.Ggs.z.Lasertherapie) und auf Risiken einer Dauertherapie multimorbider Diabetiker zunehmen. Obwohl `off label`, gibt es bereits Indikationen (massives Ödem,Therapieresistenz, Kombination PDR+Ödem ..), wo sie die Lasertherapie als Goldstandart sinnvoll ergänzen. OCT wird zunehmend integraler Bestandteil für Diagnostik/Therapieüberwachung DR.
Schlussfolgerungen
Wissen um Risikofaktoren, ihre Einstellung, wie aktuell empfohlene interdisziplinäre Maßnahmen ist für den Augenarzt ebenso wichtig zur Beurteilung DR und Therapieentscheidung, wie exakte retinale Diagnostik unter ggf. Zuhilfenahme v. Angiographie und OCT. Dabei bilden neue Therapieoptionen, z.B. intravitr. Injektionstherapie, bei gezieltem Einsatz und abgestuftem Vorgehen auf Basis der Lasertherapie schon jetzt sinnvolle Therapieergänzungen, wenn individuelle (u.a. zerebro,-/kardiovaskuläre) Risiken beachtet werden. |
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